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1:1
Die erste Rede habe ich getan, lieber Theophilus, von alle
dem, das Jesus anfing, beides, zu tun und zu lehren,
1:2
bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den
Aposteln, welche er hatte erwählt, durch den Heiligen Geist
Befehl getan hatte,
1:3
welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeigt hatte
durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen
vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes.
1:4
Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie
nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung
des Vaters, welche ihr habt gehört (sprach er) von mir;
1:5
denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem
Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.
1:6
Die aber, so zusammengekommen waren, fragten ihn und
sprachen: HERR, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das
Reich Israel?
1:7
Er aber sprach zu ihnen: Es gebührt euch nicht, zu wissen
Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat;
1:8
sondern ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen,
welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu
Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der
Erde.
1:9
Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und
eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.
1:10
Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da
standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern,
1:11
welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr
und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist
aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen
Himmel fahren.
1:12
Da wandten sie um gen Jerusalem von dem Berge, der da heißt
Ölberg, welcher ist nahe bei Jerusalem und liegt einen Sabbatweg
davon.
1:13
Und als sie hineinkamen, stiegen sie auf den Söller, da denn
sich aufhielten Petrus und Jakobus, Johannes und Andreas,
Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, des
Alphäus Sohn, und Simon Zelotes und Judas, des Jakobus Sohn.
1:14
Diese alle waren stets beieinander einmütig mit Beten und
Flehen samt den Weibern und Maria, der Mutter Jesus, und seinen
Brüdern.
1:15
Und in den Tagen trat auf Petrus unter die Jünger und sprach
(es war aber eine Schar zuhauf bei hundertundzwanzig Namen):
1:16
Ihr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllet werden,
welche zuvor gesagt hat der Heilige Geist durch den Mund Davids
von Judas, der ein Führer war derer, die Jesus fingen;
1:17
denn er war zu uns gezählt und hatte dies Amt mit uns
überkommen.
1:18
Dieser hat erworben den Acker um den ungerechten Lohn und
ist abgestürzt und mitten entzweigeborsten, und all sein
Eingeweide ausgeschüttet.
1:19
Und es ist kund geworden allen, die zu Jerusalem wohnen,
also daß dieser Acker genannt wird auf ihrer Sprache: Hakeldama
(das ist: ein Blutacker).
1:20
Denn es steht geschrieben im Psalmbuch: "Seine Behausung
müsse wüst werden, und sei niemand, der darin wohne", und: "Sein
Bistum empfange ein anderer."
1:21
So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen
sind die ganze Zeit über, welche der HERR Jesus unter uns ist aus
und ein gegangen,
1:22
von der Taufe des Johannes an bis auf den Tag, da er von uns
genommen ist, ein Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden.
1:23
Und sie stellten zwei, Joseph, genannt Barsabas, mit dem
Zunahmen Just, und Matthias,
1:24
beteten und sprachen: HERR, aller Herzen Kündiger, zeige an,
welchen du erwählt hast unter diesen zweien,
1:25
daß einer empfange diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas
abgewichen ist, daß er hinginge an seinen Ort.
1:26
Und sie warfen das Los über sie, und das Los fiel auf
Matthias; und er ward zugeordnet zu den elf Aposteln.
2:1
Und als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle
einmütig beieinander.
2:2
Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel wie eines
gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen.
2:3
Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt, wie von Feuer; und
er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen;
2:4
und sie wurden alle voll des Heiligen Geistes und fingen an,
zu predigen mit anderen Zungen, nach dem der Geist ihnen gab
auszusprechen.
2:5
Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren
gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel
ist.
2:6
Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen und
wurden bestürzt; denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner
Sprache redeten.
2:7
Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen
untereinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus
Galiläa?
2:8
Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darin wir
geboren sind?
2:9
Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in
Mesopotamien und in Judäa und Kappadozien, Pontus und Asien,
2:10
Phrygien und Pamphylien, Ägypten und an den Enden von Lybien
bei Kyrene und Ausländer von Rom,
2:11
Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie
mit unsern Zungen die großen Taten Gottes reden.
2:12
Sie entsetzten sich aber alle und wurden irre und sprachen
einer zu dem andern: Was will das werden?
2:13
Die andern aber hatten's ihren Spott und sprachen: Sie sind
voll süßen Weins.
2:14
Da trat Petrus auf mit den Elfen, erhob seine Stimme und
redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr zu
Jerusalem wohnet, das sei euch kundgetan, und lasset meine Worte
zu euren Ohren eingehen.
2:15
Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet, sintemal es
ist die dritte Stunde am Tage;
2:16
sondern das ist's, was durch den Propheten Joel zuvor gesagt
ist:
2:17
"Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott,
ich will ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure
Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge
sollen Gesichte sehen, und eure Ältesten sollen Träume haben;
2:18
und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in
denselben Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen
weissagen.
2:19
Und ich will Wunder tun oben im Himmel und Zeichen unten auf
Erden: Blut und Feuer und Rauchdampf;
2:20
die Sonne soll sich verkehren in Finsternis und der Mond in
Blut, ehe denn der große und offenbare Tag des HERRN kommt.
2:21
Und soll geschehen, wer den Namen des HERRN anrufen wird,
der soll selig werden."
2:22
Ihr Männer von Israel, höret diese Worte: Jesum von
Nazareth, den Mann, von Gott unter euch mit Taten und Wundern und
Zeichen erwiesen, welche Gott durch ihn tat unter euch (wie denn
auch ihr selbst wisset),
2:23
denselben (nachdem er aus bedachtem Rat und Vorsehung Gottes
übergeben war) habt ihr genommen durch die Hände der Ungerechten
und ihn angeheftet und erwürgt.
2:24
Den hat Gott auferweckt, und aufgelöst die Schmerzen des
Todes, wie es denn unmöglich war, daß er sollte von ihm gehalten
werden.
2:25
Denn David spricht von ihm: "Ich habe den HERRN allezeit
vorgesetzt vor mein Angesicht; denn er ist an meiner Rechten, auf
daß ich nicht bewegt werde.
2:26
Darum ist mein Herz fröhlich, und meine Zunge freuet sich;
denn auch mein Fleisch wird ruhen in der Hoffnung.
2:27
Denn du wirst meine Seele nicht dem Tode lassen, auch nicht
zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe.
2:28
Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens; du wirst mich
erfüllen mit Freuden vor deinem Angesicht."
2:29
Ihr Männer, liebe Brüder, lasset mich frei reden zu euch von
dem Erzvater David. Er ist gestorben und begraben, und sein Grab
ist bei uns bis auf diesen Tag.
2:30
Da er nun ein Prophet war und wußte, daß ihm Gott verheißen
hatte mit einem Eide, daß die Frucht seiner Lenden sollte auf
seinem Stuhl sitzen,
2:31
hat er's zuvor gesehen und geredet von der Auferstehung
Christi, daß seine Seele nicht dem Tode gelassen ist und sein
Fleisch die Verwesung nicht gesehen hat.
2:32
Diesen Jesus hat Gott auferweckt; des sind wir alle Zeugen.
2:33
Nun er durch die Rechte Gottes erhöht ist und empfangen hat
die Verheißung des Heiligen Geistes vom Vater, hat er ausgegossen
dies, das ihr sehet und höret.
2:34
Denn David ist nicht gen Himmel gefahren. Er spricht aber:
"Der HERR hat gesagt zu meinem HERRN: Setze dich zu meiner
Rechten,
2:35
bis daß ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße."
2:36
So wisse nun das ganze Haus Israel gewiß, daß Gott diesen
Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zu einem HERRN und Christus
gemacht hat.
2:37
Da sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz, und
fragten Petrus und die andern Apostel: Ihr Männer, was sollen wir
tun?
2:38
Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und lasse sich ein
jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der
Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.
2:39
Denn euer und eurer Kinder ist diese Verheißung und aller,
die ferne sind, welche Gott, unser HERR, herzurufen wird.
2:40
Auch mit vielen anderen Worten bezeugte und ermahnte er:
Lasset euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht!
2:41
Die nun sein Wort gern annahmen, ließen sich taufen; und
wurden hinzugetan an dem Tage bei dreitausend Seelen.
2:42
Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der
Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.
2:43
Es kam auch alle Seelen Furcht an, und geschahen viel Wunder
und Zeichen durch die Apostel.
2:44
Alle aber, die gläubig waren geworden, waren beieinander und
hielten alle Dinge gemein.
2:45
Ihre Güter und Habe verkauften sie und teilten sie aus unter
alle, nach dem jedermann not war.
2:46
Und sie waren täglich und stets beieinander einmütig im
Tempel und brachen das Brot hin und her in Häusern,
2:47
nahmen die Speise und lobten Gott mit Freuden und
einfältigem Herzen und hatten Gnade beim ganzen Volk. Der HERR
aber tat hinzu täglich, die da selig wurden, zu der Gemeinde.
3:1
Petrus aber und Johannes gingen miteinander hinauf in den
Tempel um die neunte Stunde, da man pflegt zu beten.
3:2
Und es war ein Mann, lahm von Mutterleibe, der ließ sich
tragen; und sie setzten ihn täglich vor des Tempels Tür, die da
heißt "die schöne", daß er bettelte das Almosen von denen, die in
den Tempel gingen.
3:3
Da er nun sah Petrus und Johannes, daß sie wollten zum Tempel
hineingehen, bat er um ein Almosen.
3:4
Petrus aber sah ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an!
3:5
Und er sah sie an, wartete, daß er etwas von ihnen empfinge.
3:6
Petrus aber sprach: Gold und Silber habe ich nicht; was ich
aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth
stehe auf und wandle!
3:7
Und griff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf.
Alsobald standen seine Schenkel und Knöchel fest;
3:8
sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den
Tempel, wandelte und sprang und lobte Gott.
3:9
Und es sah ihn alles Volk wandeln und Gott loben.
3:10
Sie kannten ihn auch, daß er's war, der um Almosen gesessen
hatte vor der schönen Tür des Tempels; und sie wurden voll
Wunderns und Entsetzens über das, was ihm widerfahren war.
3:11
Als aber dieser Lahme, der nun gesund war, sich zu Petrus
und Johannes hielt, lief alles Volk zu ihnen in die Halle, die da
heißt Salomos, und wunderten sich.
3:12
Als Petrus das sah, antwortete er dem Volk: Ihr Männer von
Israel, was wundert ihr euch darüber, oder was sehet ihr auf uns,
als hätten wir diesen wandeln gemacht durch unsere eigene Kraft
oder Verdienst?
3:13
Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unserer
Väter, hat seinen Knecht Jesus verklärt, welchen ihr
überantwortet und verleugnet habt vor Pilatus, da der urteilte,
ihn loszulassen.
3:14
Ihr aber verleugnetet den Heiligen und Gerechten und batet,
daß man euch den Mörder schenkte;
3:15
aber den Fürsten des Lebens habt ihr getötet. Den hat Gott
auferweckt von den Toten; des sind wir Zeugen.
3:16
Und durch den Glauben an seinen Namen hat diesen, den ihr
sehet und kennet, sein Name stark gemacht; und der Glaube durch
ihn hat diesem gegeben diese Gesundheit vor euren Augen.
3:17
Nun, liebe Brüder, ich weiß, daß ihr's durch Unwissenheit
getan habt wie auch eure Obersten.
3:18
Gott aber, was er durch den Mund aller seiner Propheten
zuvor verkündigt hat, wie Christus leiden sollte, hat's also
erfüllet.
3:19
So tut nun Buße und bekehrt euch, daß eure Sünden vertilgt
werden;
3:20
auf daß da komme die Zeit der Erquickung von dem Angesichte
des HERRN, wenn er senden wird den, der euch jetzt zuvor
gepredigt wird, Jesus Christus,
3:21
welcher muß den Himmel einnehmen bis auf die Zeit, da
herwiedergebracht werde alles, was Gott geredet hat durch den
Mund aller seiner heiligen Propheten von der Welt an.
3:22
Denn Moses hat gesagt zu den Vätern: "Einen Propheten wird
euch der HERR, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern gleich wie
mich; den sollt ihr hören in allem, was er zu euch sagen wird.
3:23
Und es wird geschehen, welche Seele denselben Propheten
nicht hören wird, die soll vertilgt werden aus dem Volk."
3:24
Und alle Propheten von Samuel an und hernach, wieviel ihrer
geredet haben, die haben von diesen Tagen verkündigt.
3:25
Ihr seid der Propheten und des Bundes Kinder, welchen Gott
gemacht hat mit euren Vätern, da er sprach zu Abraham: "Durch
deinen Samen sollen gesegnet werden alle Völker auf Erden."
3:26
Euch zuvörderst hat Gott auferweckt seinen Knecht Jesus und
hat ihn zu euch gesandt, euch zu segnen, daß ein jeglicher sich
bekehre von seiner Bosheit.
4:1
Als sie aber zum Volk redeten, traten zu ihnen die Priester
und der Hauptmann des Tempels und die Sadduzäer
4:2
(sie verdroß, daß sie das Volk lehrten und verkündigten an
Jesu die Auferstehung von den Toten)
4:3
und legten die Hände an sie und setzten sie ein bis auf
morgen; denn es war jetzt Abend.
4:4
Aber viele unter denen, die dem Wort zuhörten, wurden
gläubig; und ward die Zahl der Männer bei fünftausend.
4:5
Als es nun kam auf den Morgen, versammelten sich ihre
Obersten und Ältesten und Schriftgelehrten gen Jerusalem,
4:6
Hannas, der Hohepriester, und Kaiphas und Johannes und
Alexander und wie viel ihrer waren vom Hohenpriestergeschlecht;
4:7
und stellten sie vor sich und fragten sie: Aus welcher Gewalt
oder in welchem Namen habt ihr das getan?
4:8
Petrus, voll des Heiligen Geistes, sprach zu ihnen: Ihr
Obersten des Volkes und ihr Ältesten von Israel,
4:9
so wir heute werden gerichtet über dieser Wohltat an dem
kranken Menschen, durch welche er ist geheilt worden,
4:10
so sei euch und allem Volk von Israel kundgetan, daß in dem
Namen Jesu Christi von Nazareth, welchen ihr gekreuzigt habt, den
Gott von den Toten auferweckt hat, steht dieser allhier vor euch
gesund.
4:11
Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum
Eckstein geworden ist.
4:12
Und ist in keinem andern-Heil, ist auch kein andrer Name
unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig
werden.
4:13
Sie sahen aber an die Freudigkeit des Petrus und Johannes
und verwunderten sich; denn sie waren gewiß, daß es ungelehrte
Leute und Laien waren, kannten sie auch wohl, daß sie mit Jesu
gewesen waren.
4:14
Sie sahen aber den Menschen, der geheilt worden war, bei
ihnen stehen und hatten nichts dawider zu reden.
4:15
Da hießen sie sie hinausgehen aus dem Rat und handelten
miteinander und sprachen:
4:16
Was wollen wir diesen Menschen tun? Denn das offenbare
Zeichen, durch sie geschehen, ist allen kund, die zu Jerusalem
wohnen, und wir können's nicht leugnen.
4:17
Aber auf daß es nicht weiter einreiße unter das Volk, lasset
uns ernstlich sie bedrohen, daß sie hinfort keinem Menschen von
diesem Namen sagen.
4:18
Und sie riefen sie und geboten ihnen, daß sie sich
allerdinge nicht hören ließen noch lehrten in dem Namen Jesu.
4:19
Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen:
Richtet ihr selbst, ob es vor Gott recht sei, daß wir euch mehr
gehorchen denn Gott.
4:20
Wir können's ja nicht lassen, daß wir nicht reden sollten,
was wir gesehen und gehört haben.
4:21
Aber sie drohten ihnen und ließen sie gehen und fanden
nicht, wie sie sie peinigten, um des Volkes willen; denn sie
lobten alle Gott über das, was geschehen war.
4:22
Denn der Mensch war über vierzig Jahre alt, an welchem dies
Zeichen der Gesundheit geschehen war.
4:23
Und als man sie hatte gehen lassen, kamen sie zu den Ihren
und verkündigten ihnen, was die Hohenpriester und Ältesten zu
ihnen gesagt hatten.
4:24
Da sie das hörten, hoben sie ihre Stimme auf einmütig zu
Gott und sprachen: HERR, der du bist der Gott, der Himmel und
Erde und das Meer und alles, was darinnen ist, gemacht hat;
4:25
der du durch den Mund Davids, deines Knechtes, gesagt hast:
"Warum empören sich die Heiden, und die Völker nehmen vor, was
umsonst ist?
4:26
Die Könige der Erde treten zusammen, und die Fürsten
versammeln sich zuhauf wider den HERRN und wider seinen
Christus":
4:27
wahrlich ja, sie haben sich versammelt über deinen heiligen
Knecht Jesus, welchen du gesalbt hast, Herodes und Pontius
Pilatus mit den Heiden und dem Volk Israel,
4:28
zu tun, was deine Hand und dein Rat zuvor bedacht hat, daß
es geschehen sollte.
4:29
Und nun, HERR, siehe an ihr Drohen und gib deinen Knechten,
mit aller Freudigkeit zu reden dein Wort,
4:30
und strecke deine Hand aus, daß Gesundheit und Zeichen und
Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus.
4:31
Und da sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, da sie
versammelt waren; und sie wurden alle voll des Heiligen Geistes
und redeten das Wort Gottes mit Freudigkeit.
4:32
Die Menge aber der Gläubigen war ein Herz und eine Seele;
auch keiner sagte von seinen Gütern, daß sie sein wären, sondern
es war ihnen alles gemein.
4:33
Und mit großer Kraft gaben die Apostel Zeugnis von der
Auferstehung des HERRN Jesu, und war große Gnade bei ihnen allen.
4:34
Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wie
viel ihrer waren, die da Äcker oder Häuser hatten, die verkauften
sie und brachten das Geld des verkauften Guts
4:35
und legten es zu der Apostel Füßen; und man gab einem
jeglichen, was ihm not war.
4:36
Joses aber, mit dem Zunamen Barnabas (das heißt: ein Sohn
des Trostes), von Geschlecht ein Levit aus Zypern,
4:37
der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld
und legte es zu der Apostel Füßen.
5:1
Ein Mann aber, mit Namen Ananias samt seinem Weibe Saphira
verkaufte sein Gut
5:2
und entwandte etwas vom Gelde mit Wissen seines Weibes und
brachte einen Teil und legte ihn zu der Apostel Füßen.
5:3
Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz
erfüllt, daß du dem heiligen Geist lögest und entwendetest etwas
vom Gelde des Ackers?
5:4
Hättest du ihn doch wohl mögen behalten, da du ihn hattest;
und da er verkauft war, war es auch in deiner Gewalt. Warum hast
du denn solches in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht
Menschen, sondern Gott gelogen.
5:5
Da Ananias aber diese Worte hörte, fiel er nieder und gab den
Geist auf. Und es kam eine große Furcht über alle, die dies
hörten.
5:6
Es standen aber die Jünglinge auf und taten ihn beiseite und
trugen ihn hinaus und begruben ihn.
5:7
Und es begab sich über eine Weile, bei drei Stunden, daß sein
Weib hineinkam und wußte nicht, was geschehen war.
5:8
Aber Petrus antwortete ihr: Sage mir: Habt ihr den Acker so
teuer verkauft? Sie sprach: Ja, so teuer.
5:9
Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr denn eins geworden,
zu versuchen den Geist des HERRN? Siehe, die Füße derer, die
deinen Mann begraben haben, sind vor der Tür und werden dich
hinaustragen.
5:10
Und alsbald fiel sie zu seinen Füßen und gab den Geist auf.
Da kamen die Jünglinge und fanden sie tot, trugen sie hinaus und
begruben sie neben ihren Mann.
5:11
Und es kam eine große Furcht über die ganze Gemeinde und
über alle, die solches hörten.
5:12
Es geschahen aber viel Zeichen und Wunder im Volk durch der
Apostel Hände; und sie waren alle in der Halle Salomos einmütig.
5:13
Der andern aber wagte keiner, sich zu ihnen zu tun, sondern
das Volk hielt groß von ihnen.
5:14
Es wurden aber immer mehr hinzugetan, die da glaubten an den
HERRN, eine Menge Männer und Weiber,
5:15
also daß sie die Kranken auf die Gassen heraustrugen und
legten sie auf Betten und Bahren, auf daß, wenn Petrus käme, sein
Schatten ihrer etliche überschattete.
5:16
Es kamen auch herzu viele von den umliegenden Städten gen
Jerusalem und brachten die Kranken und die von unsauberen
Geistern gepeinigt waren; und wurden alle gesund.
5:17
Es stand aber auf der Hohepriester und alle, die mit ihm
waren, welches ist die Sekte der Sadduzäer, und wurden voll
Eifers
5:18
und legten die Hände an die Apostel und warfen sie in das
gemeine Gefängnis.
5:19
Aber der Engel des HERRN tat in der Nacht die Türen des
Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach:
5:20
Gehet hin und tretet auf und redet im Tempel zum Volk alle
Worte dieses Lebens.
5:21
Da sie das gehört hatten, gingen sie früh in den Tempel und
lehrten. Der Hohepriester aber kam und die mit ihm waren und
riefen zusammen den Rat und alle Ältesten der Kinder Israel und
sandten hin zum Gefängnis, sie zu holen.
5:22
Die Diener aber kamen hin und fanden sie nicht im Gefängnis,
kamen wieder und verkündigten
5:23
und sprachen: Das Gefängnis fanden wir verschlossen mit
allem Fleiß und die Hüter außen stehen vor den Türen; aber da wir
auftaten, fanden wir niemand darin.
5:24
Da diese Rede hörten der Hohenpriester und der Hauptmann des
Tempels und andere Hohepriester, wurden sie darüber betreten, was
doch das werden wollte.
5:25
Da kam einer, der verkündigte ihnen: Siehe, die Männer, die
ihr ins Gefängnis geworfen habt, sind im Tempel, stehen und
lehren das Volk.
5:26
Da ging hin der Hauptmann mit den Dienern und holten sie,
nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten sich vor dem Volk, daß sie
gesteinigt würden.
5:27
Und als sie sie brachten, stellten sie sie vor den Rat. Und
der Hohepriester fragte sie
5:28
und sprach: Haben wir euch nicht mit Ernst geboten, daß ihr
nicht solltet lehren in diesem Namen? Und sehet, ihr habt
Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollt dieses Menschen Blut
über uns führen.
5:29
Petrus aber antwortete und die Apostel und sprachen: Man muß
Gott mehr gehorchen denn den Menschen.
5:30
Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, welchen ihr
erwürgt habt und an das Holz gehängt.
5:31
Den hat Gott durch seine rechte Hand erhöht zu einem Fürsten
und Heiland, zu geben Israel Buße und Vergebung der Sünden.
5:32
Und wir sind seine Zeugen über diese Worte und der Heilige
Geist, welchen Gott gegeben hat denen, die ihm gehorchen.
5:33
Da sie das hörten, ging's ihnen durchs Herz, und dachten,
sie zu töten.
5:34
Da stand aber auf im Rat ein Pharisäer mit Namen Gamaliel,
ein Schriftgelehrter, in Ehren gehalten vor allem Volk, und hieß
die Apostel ein wenig hinaustun
5:35
und sprach zu ihnen: Ihr Männer von Israel, nehmet euer
selbst wahr an diesen Menschen, was ihr tun sollt.
5:36
Vor diesen Tagen stand auf Theudas und gab vor, er wäre
etwas, und hingen an ihm eine Zahl Männer, bei vierhundert; der
ist erschlagen, und alle, die ihm zufielen, sind zerstreut und
zunichte geworden.
5:37
Darnach stand auf Judas aus Galiläa in den Tagen der
Schätzung und machte viel Volks abfällig ihm nach; und der ist
auch umgekommen, und alle, die ihm zufielen sind zerstreut.
5:38
Und nun sage ich euch: Lasset ab von diesen Menschen und
lasset sie fahren! Ist der Rat oder das Werk aus den Menschen, so
wird's untergehen;
5:39
ist's aber aus Gott, so könnet ihr's nicht dämpfen; auf daß
ihr nicht erfunden werdet als die wider Gott streiten wollen.
5:40
Da fielen sie ihm zu und riefen die Apostel, stäupten sie
und geboten ihnen, sie sollten nicht Reden in dem Namen Jesu, und
ließen sie gehen.
5:41
Sie gingen aber fröhlich von des Rats Angesicht, daß sie
würdig gewesen waren, um seines Namens willen Schmach zu leiden,
5:42
und hörten nicht auf, alle Tage im Tempel und hin und her in
Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesu
Christo.
6:1
In den Tagen aber, da der Jünger viele wurden, erhob sich ein
Murmeln unter den Griechen wider die Hebräer, darum daß ihre
Witwen übersehen wurden in der täglichen Handreichung.
6:2
Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und
sprachen: Es taugt nicht, daß wir das Wort Gottes unterlassen und
zu Tische dienen.
6:3
Darum, ihr lieben Brüder, sehet unter euch nach sieben
Männern, die ein gut Gerücht haben und voll heiligen Geistes und
Weisheit sind, welche wir bestellen mögen zu dieser Notdurft.
6:4
Wir aber wollen anhalten am Gebet und am Amt des Wortes.
6:5
Und die Rede gefiel der ganzen Menge wohl; und sie erwählten
Stephanus, einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, und
Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und
Nikolaus, den Judengenossen von Antiochien.
6:6
Diese stellten sie vor die Apostel und beteten und legten die
Hände auf sie.
6:7
Und das Wort Gottes nahm zu, und die Zahl der Jünger ward
sehr groß zu Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben
gehorsam.
6:8
Stephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, tat Wunder und
große Zeichen unter dem Volk.
6:9
Da standen etliche auf von der Schule, die da heißt der
Libertiner und der Kyrener und der Alexanderer, und derer, die
aus Zilizien und Asien waren, und befragten sich mit Stephanus.
6:10
Und sie vermochten nicht, zu widerstehen der Weisheit und
dem Geiste, aus welchem er redete.
6:11
Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben
ihn gehört Lästerworte reden wider Mose und wider Gott.
6:12
Und sie bewegten das Volk und die Ältesten und die
Schriftgelehrten und traten herzu und rissen ihn hin und führten
ihn vor den Rat
6:13
und stellten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch
hört nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte
und das Gesetz.
6:14
Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird
diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Mose
gegeben hat.
6:15
Und sie sahen auf ihn alle, die im Rat saßen, und sahen sein
Angesicht wie eines Engels Angesicht.
7:1
Da sprach der Hohepriester: Ist dem also?
7:2
Er aber sprach: Liebe Brüder und Väter, höret zu. Der Gott
der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, da er noch in
Mesopotamien war, ehe er wohnte in Haran,
7:3
und sprach zu ihm: Gehe aus deinem Lande und von deiner
Freundschaft und zieh in ein Land, das ich dir zeigen will.
7:4
Da ging er aus der Chaldäer Lande und wohnte in Haran. Und
von dort, da sein Vater gestorben war, brachte er ihn herüber in
dies Land, darin ihr nun wohnet,
7:5
und gab ihm kein Erbteil darin, auch nicht einen Fuß breit,
und verhieß ihm, er wollte es geben ihm zu besitzen und seinem
Samen nach ihm, da er noch kein Kind hatte.
7:6
Aber Gott sprach also: Dein Same wird ein Fremdling sein in
einem fremden Lande, und sie werden ihn dienstbar machen und übel
behandeln vierhundert Jahre;
7:7
und das Volk, dem sie dienen werden, will ich richten, sprach
Gott; und darnach werden sie ausziehen und mir dienen an dieser
Stätte.
7:8
Und gab ihm den Bund der Beschneidung. Und er zeugte Isaak
und beschnitt ihn am achten Tage, und Isaak den Jakob, und Jakob
die zwölf Erzväter.
7:9
Und die Erzväter neideten Joseph und verkauften ihn nach
Ägypten; aber Gott war mit ihm
7:10
und errettete ihn aus aller seiner Trübsal und gab ihm Gnade
und Weisheit vor Pharao, dem König in Ägypten; der setzte ihn zum
Fürsten über Ägypten über sein ganzes Haus.
7:11
Es kam aber eine teure Zeit über das ganze Land Ägypten und
Kanaan und große Trübsal, und unsere Väter fanden nicht Nahrung.
7:12
Jakob aber hörte, daß in Ägypten Getreide wäre, und sandte
unsere Väter aus aufs erstemal.
7:13
Und zum andernmal ward Joseph erkannt von seinen Brüdern,
und ward dem Pharao Josephs Geschlecht offenbar.
7:14
Joseph aber sandte aus und ließ holen seinen Vater Jakob und
seine ganze Freundschaft, fünfundsiebzig Seelen.
7:15
Und Jakob zog hinab nach Ägypten und starb, er und unsere
Väter.
7:16
Und sie sind herübergebracht nach Sichem und gelegt in das
Grab, das Abraham gekauft hatte ums Geld von den Kindern Hemor zu
Sichem.
7:17
Da nun die Zeit der Verheißung nahte, die Gott Abraham
geschworen hatte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten,
7:18
bis daß ein anderer König aufkam, der nichts wußte von
Joseph.
7:19
Dieser trieb Hinterlist mit unserm Geschlecht und behandelte
unsre Väter übel und schaffte, daß man die jungen Kindlein
aussetzen mußte, daß sie nicht lebendig blieben.
7:20
Zu der Zeit war Moses geboren, und war ein feines Kind vor
Gott und ward drei Monate ernährt in seines Vaters Hause.
7:21
Als er aber ausgesetzt ward, nahm ihn die Tochter Pharaos
auf und zog ihn auf, ihr selbst zu einem Sohn.
7:22
Und Moses ward gelehrt in aller Weisheit der Ägypter und war
mächtig in Werken und Worten.
7:23
Da er aber vierzig Jahre alt ward, gedachte er zu sehen nach
seinen Brüdern, den Kindern von Israel.
7:24
Und sah einen Unrecht leiden; da stand er bei und rächte
den, dem Leid geschah, und erschlug den Ägypter.
7:25
Er meinte aber, seine Brüder sollten's verstehen, daß Gott
durch seine Hand ihnen Heil gäbe; aber sie verstanden's nicht.
7:26
Und am andern Tage kam er zu ihnen, da sie miteinander
haderten, und handelte mit ihnen, daß sie Frieden hätten, und
sprach: Liebe Männer, ihr seid Brüder, warum tut einer dem andern
Unrecht?
7:27
Der aber seinem Nächsten Unrecht tat, stieß in von sich und
sprach: Wer hat dich über uns gesetzt zum Obersten und Richter?
7:28
Willst du mich auch töten, wie du gestern den Ägypter
getötet hast?
7:29
Mose aber floh wegen dieser Rede und ward ein Fremdling im
Lande Midian; daselbst zeugte er zwei Söhne.
7:30
Und über vierzig Jahre erschien ihm in der Wüste an dem
Berge Sinai der Engel des HERRN in einer Feuerflamme im Busch.
7:31
Da es aber Mose sah, wunderte er sich des Gesichtes. Als er
aber hinzuging zu schauen, geschah die Stimme des HERRN zu ihm:
7:32
Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams und der
Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Mose aber ward zitternd und
wagte nicht anzuschauen.
7:33
Aber der HERR sprach zu ihm: Zieh die Schuhe aus von deinen
Füßen; denn die Stätte, da du stehest, ist heilig Land!
7:34
Ich habe wohl gesehen das Leiden meines Volkes, das in
Ägypten ist, und habe ihr Seufzen gehört und bin herabgekommen,
sie zu erretten. Und nun komm her, ich will dich nach Ägypten
senden.
7:35
Diesen Mose, welchen sie verleugneten, da sie sprachen: Wer
hat dich zum Obersten und Richter gesetzt? den sandte Gott zu
einem Obersten und Erlöser durch die Hand des Engels, der ihm
erschien im Busch.
7:36
Dieser führte sie aus und tat Wunder und Zeichen in Ägypten,
im Roten Meer und in der Wüste vierzig Jahre.
7:37
Dies ist der Mose, der zu den Kindern Israel gesagt hat:
"Einen Propheten wird euch der HERR, euer Gott, erwecken aus
euren Brüdern gleichwie mich; den sollt ihr hören."
7:38
Dieser ist's, der in der Gemeinde in der Wüste mit dem Engel
war, der ihm redete auf dem Berge Sinai und mit unsern Vätern;
dieser empfing lebendige Worte, uns zu geben;
7:39
welchem nicht wollten gehorsam werden eure Väter, sondern
stießen ihn von sich und wandten sich um mit ihren Herzen nach
Ägypten
7:40
und sprachen zu Aaron: Mache uns Götter, die vor uns hin
gehen; denn wir wissen nicht, was diesem Mose, der uns aus dem
Lande Ägypten geführt hat, widerfahren ist.
7:41
Und sie machten ein Kalb zu der Zeit und brachten dem Götzen
Opfer und freuten sich der Werke ihrer Hände.
7:42
Aber Gott wandte sich und gab sie dahin, das sie dienten des
Himmels Heer; wie denn geschrieben steht in dem Buch der
Propheten: "Habt ihr vom Hause Israel die vierzig Jahre in der
Wüste mir auch je Opfer und Vieh geopfert?
7:43
Und ihr nahmet die Hütte Molochs an und das Gestirn eures
Gottes Remphan, die Bilder, die ihr gemacht hattet, sie
anzubeten. Und ich will euch wegwerfen jenseit Babylon."
7:44
Es hatten unsre Väter die Hütte des Zeugnisses in der Wüste,
wie ihnen das verordnet hatte, der zu Mose redete, daß er sie
machen sollte nach dem Vorbilde, das er gesehen hatte;
7:45
welche unsre Väter auch annahmen und mit Josua in das Land
brachten, das die Heiden innehatten, welche Gott ausstieß vor dem
Angesicht unsrer Väter bis zur Zeit Davids.
7:46
Der fand Gnade bei Gott und bat, daß er eine Wohnung finden
möchte für den Gott Jakobs.
7:47
Salomo aber baute ihm ein Haus.
7:48
Aber der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen
gemacht sind, wie der Prophet spricht:
7:49
Der Himmel ist mein Stuhl und die Erde meiner Füße Schemel;
was wollt ihr mir denn für ein Haus bauen? spricht der HERR, oder
welches ist die Stätte meiner Ruhe?
7:50
Hat nicht meine Hand das alles gemacht?"
7:51
Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herzen und Ohren,
ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter also
auch ihr.
7:52
Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie
haben getötet, die da zuvor verkündigten die Zukunft dieses
Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid.
7:53
Ihr habt das Gesetz empfangen durch der Engel Geschäfte, und
habt's nicht gehalten.
7:54
Da sie solches hörten, ging's ihnen durchs Herz, und sie
bissen die Zähne zusammen über ihn.
7:55
Wie er aber voll heiligen Geistes war, sah er auf gen Himmel
und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesum stehen zur Rechten
Gottes
7:56
[55] und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des
Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen.
7:57
[56] Sie schrieen aber laut und hielten ihre Ohren zu und
stürmten einmütig auf ihn ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und
steinigten ihn.
7:58
[57] Und die Zeugen legten ihre Kleider ab zu den Füßen
eines Jünglings, der hieß Saulus,
7:59
[58] und steinigten Stephanus, der anrief und sprach: HERR
Jesu, nimm meinen Geist auf!
7:60
[59] Er kniete aber nieder und schrie laut: HERR, behalte
ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er.
8:1
Saulus aber hatte Wohlgefallen an seinem Tode. Es erhob sich
aber zu der Zeit eine große Verfolgung über die Gemeinde zu
Jerusalem; und sie zerstreuten sich alle in die Länder Judäa und
Samarien, außer den Aposteln.
8:2
Es bestatteten aber Stephanus gottesfürchtige Männer und
hielten eine große Klage über ihn.
8:3
Saulus aber verstörte die Gemeinde, ging hin und her in die
Häuser und zog hervor Männer und Weiber und überantwortete sie
ins Gefängnis.
8:4
Die nun zerstreut waren, gingen um und predigten das Wort.
8:5
Philippus aber kam hinab in eine Stadt in Samarien und
predigte ihnen von Christo.
8:6
Das Volk aber hörte einmütig und fleißig zu, was Philippus
sagte, und sah die Zeichen, die er tat.
8:7
Denn die unsauberen Geister fuhren aus vielen Besessenen mit
großem Geschrei; auch viele Gichtbrüchige und Lahme wurden gesund
gemacht.
8:8
Und es ward eine große Freude in derselben Stadt.
8:9
Es war aber ein Mann, mit Namen Simon, der zuvor in der Stadt
Zauberei trieb und bezauberte das samaritische Volk und gab vor,
er wäre etwas Großes.
8:10
Und sie sahen alle auf ihn, beide, klein und groß, und
sprachen: Der ist die Kraft Gottes, die da groß ist.
8:11
Sie sahen aber darum auf ihn, daß er sie lange Zeit mit
seiner Zauberei bezaubert hatte.
8:12
Da sie aber den Predigten des Philippus glaubten vom Reich
Gottes und von dem Namen Jesu Christi, ließen sich taufen Männer
und Weiber.
8:13
Da ward auch Simon gläubig und ließ sich taufen und hielt
sich zu Philippus. Und als er sah die Zeichen und Taten, die da
geschahen, verwunderte er sich.
8:14
Da aber die Apostel hörten zu Jerusalem, daß Samarien das
Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und
Johannes,
8:15
welche, da sie hinabkamen, beteten sie über sie, daß sie den
Heiligen Geist empfingen.
8:16
(Denn er war noch auf keinen gefallen, sondern sie waren
allein getauft auf den Namen Christi Jesu.)
8:17
Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den
Heiligen Geist.
8:18
Da aber Simon sah, daß der Heilige Geist gegeben ward, wenn
die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an
8:19
und sprach: Gebt mir auch die Macht, daß, so ich jemand die
Hände auflege, derselbe den Heiligen Geist empfange.
8:20
Petrus aber sprach zu ihm: Daß du verdammt werdest mit
deinem Gelde, darum daß du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld
erlangt!
8:21
Du wirst weder Teil noch Anfall haben an diesem Wort; denn
dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott.
8:22
Darum tue Buße für diese deine Bosheit und bitte Gott, ob
dir vergeben werden möchte die Tücke deines Herzens.
8:23
Denn ich sehe, du bist voll bitterer Galle und verknüpft mit
Ungerechtigkeit.
8:24
Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den HERRN für
mich, daß der keines über mich komme, davon ihr gesagt habt.
8:25
Sie aber, da sie bezeugt und geredet hatten das Wort des
HERRN, wandten sich wieder um gen Jerusalem und predigten das
Evangelium vielen samaritischen Flecken.
8:26
Aber der Engel des HERRN redete zu Philippus und sprach:
Stehe auf und gehe gegen Mittag auf die Straße, die von Jerusalem
geht hinab gen Gaza, die da wüst ist.
8:27
Und er stand auf und ging hin. Und siehe, ein Mann aus
Mohrenland, ein Kämmerer und Gewaltiger der Königin Kandaze in
Mohrenland, welcher war über ihre ganze Schatzkammer, der war
gekommen gen Jerusalem, anzubeten,
8:28
und zog wieder heim und saß auf seinem Wagen und las den
Propheten Jesaja.
8:29
Der Geist aber sprach zu Philippus: Gehe hinzu und halte
dich zu diesem Wagen!
8:30
Da lief Philippus hinzu und hörte, daß er den Propheten
Jesaja las, und sprach: Verstehst du auch, was du liesest?
8:31
Er aber sprach: Wie kann ich, so mich nicht jemand anleitet?
Und ermahnte Philippus, daß er aufträte und setzte sich zu ihm.
8:32
Der Inhalt aber der Schrift, die er las, war dieser: "Er ist
wie ein Schaf zur Schlachtung geführt; und still wie ein Lamm vor
seinem Scherer, also hat er nicht aufgetan seinen Mund.
8:33
In seiner Niedrigkeit ist sein Gericht aufgehoben. Wer wird
aber seines Lebens Länge ausreden? denn sein Leben ist von der
Erde weggenommen."
8:34
Da antwortete der Kämmerer dem Philippus und sprach: Ich
bitte dich, von wem redet der Prophet solches? von sich selber
oder von jemand anders?
8:35
Philippus aber tat seinen Mund auf und fing von dieser
Schrift an und predigte ihm das Evangelium von Jesu.
8:36
Und als sie zogen der Straße nach, kamen sie an ein Wasser.
Und der Kämmerer sprach: Siehe, da ist Wasser; was hindert's, daß
ich mich taufen lasse?
8:37
Philippus aber sprach: Glaubst du von ganzem Herzen, so
mag's wohl sein. Er antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus
Christus Gottes Sohn ist.
8:38
Und er hieß den Wagen halten, und stiegen hinab in das
Wasser beide, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn.
8:39
Da sie aber heraufstiegen aus dem Wasser, rückte der Geist
des HERRN Philippus hinweg, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr;
er zog aber seine Straße fröhlich.
8:40
Philippus aber ward gefunden zu Asdod und wandelte umher und
predigte allen Städten das Evangelium, bis daß er kam gen
Cäsarea.
9:1
Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden wider die
Jünger des HERRN und ging zum Hohenpriester
9:2
und bat ihn um Briefe gen Damaskus an die Schulen, auf daß,
so er etliche dieses Weges fände, Männer und Weiber, er sie
gebunden führte gen Jerusalem.
9:3
Und da er auf dem Wege war und nahe an Damaskus kam,
umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel;
9:4
und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu
ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich?
9:5
Er aber sprach: HERR, wer bist du? Der HERR sprach: Ich bin
Jesus, den du verfolgst. Es wird dir schwer werden, wider den
Stachel zu lecken.
9:6
Und er sprach mit Zittern und Zagen: HERR, was willst du, daß
ich tun soll? Der HERR sprach zu ihm: Stehe auf und gehe in die
Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst.
9:7
Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren
erstarrt; denn sie hörten die Stimme, und sahen niemand.
9:8
Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine
Augen auftat, sah er niemand. Sie nahmen ihn bei der Hand und
führten ihn gen Damaskus;
9:9
und er war drei Tage nicht sehend und aß nicht und trank
nicht.
9:10
Es war aber ein Jünger zu Damaskus mit Namen Ananias; zu dem
sprach der HERR im Gesicht: Ananias! Und er sprach: Hier bin ich,
HERR.
9:11
Der HERR sprach zu ihm: Stehe auf und gehe in die Gasse, die
da heißt "die gerade", und frage im Hause des Judas nach einem
namens Saul von Tarsus; denn siehe, er betet,
9:12
und hat gesehen im Gesicht einen Mann mit Namen Ananias zu
ihm hineinkommen und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend
werde.
9:13
Ananias aber antwortete: HERR, ich habe von vielen gehört
von diesem Manne, wieviel Übles er deinen Heiligen getan hat zu
Jerusalem;
9:14
und er hat allhier Macht von den Hohenpriestern, zu binden
alle, die deinen Namen anrufen.
9:15
Der HERR sprach zu ihm: Gehe hin; denn dieser ist mir ein
auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor den Heiden
und vor den Königen und vor den Kindern von Israel.
9:16
Ich will ihm zeigen wieviel er leiden muß um meines Namens
willen.
9:17
Und Ananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände
auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der HERR hat mich gesandt
(der dir erschienen ist auf dem Wege, da du her kamst), daß du
wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllt werdest.
9:18
Und alsobald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er
ward wieder sehend
9:19
und stand auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu sich und
stärkte sich. Saulus aber war eine Zeitlang bei den Jüngern zu
Damaskus.
9:20
Und alsbald predigte er Christus in den Schulen, daß
derselbe Gottes Sohn sei.
9:21
Sie entsetzten sich aber alle, die es hörten, und sprachen:
Ist das nicht, der zu Jerusalem verstörte alle, die diesen Namen
anrufen, und darum hergekommen, daß er sie gebunden führe zu den
Hohenpriestern?
9:22
Saulus aber ward immer kräftiger und trieb die Juden in die
Enge, die zu Damaskus wohnten, und bewährte es, daß dieser ist
der Christus.
9:23
Und nach vielen Tagen hielten die Juden einen Rat zusammen,
daß sie ihn töteten.
9:24
Aber es ward Saulus kundgetan, daß sie ihm nachstellten. Sie
hüteten aber Tag und Nacht an den Toren, daß sie ihn töteten.
9:25
Da nahmen ihn die Jünger bei der Nacht und taten ihn durch
die Mauer und ließen ihn in einem Korbe hinab.
9:26
Da aber Saulus gen Jerusalem kam, versuchte er, sich zu den
Jüngern zu tun; und sie fürchteten sich alle vor ihm und glaubten
nicht, daß er ein Jünger wäre.
9:27
Barnabas aber nahm ihn zu sich und führte ihn zu den
Aposteln und erzählte ihnen, wie er auf der Straße den HERRN
gesehen und er mit ihm geredet und wie er zu Damaskus den Namen
Jesus frei gepredigt hätte.
9:28
Und er war bei ihnen und ging aus und ein zu Jerusalem und
predigte den Namen des HERRN Jesu frei.
9:29
Er redete auch und befragte sich mit den Griechen; aber sie
stellten ihm nach, daß sie ihn töteten.
9:30
Da das die Brüder erfuhren, geleiteten sie ihn gen Cäsarea
und schickten ihn gen Tarsus.
9:31
So hatte nun die ganze Gemeinde Frieden durch ganz Judäa und
Galiläa und Samarien und baute sich und wandelte in der Furcht
des HERRN und ward erfüllt mit Trost des Heiligen Geistes.
9:32
Es geschah aber, da Petrus durchzog allenthalben, daß er
auch zu den Heiligen kam, die zu Lydda wohnten.
9:33
Daselbst fand er einen Mann mit Namen Äneas, acht Jahre lang
auf dem Bette gelegen, der war gichtbrüchig.
9:34
Und Petrus sprach zu ihm: Äneas, Jesus Christus macht dich
gesund; stehe auf und bette dir selber! Und alsobald stand er
auf.
9:35
Und es sahen ihn alle, die zu Lydda und in Saron wohnten;
die bekehrten sich zu dem HERRN.
9:36
Zu Joppe aber war eine Jüngerin mit Namen Tabea (welches
verdolmetscht heißt: Rehe), die war voll guter Werke und Almosen,
die sie tat.
9:37
Es begab sich aber zu der Zeit, daß sie krank ward und
starb. Da wuschen sie dieselbe und legten sie auf den Söller.
9:38
Nun aber Lydda nahe bei Joppe ist, da die Jünger hörten, daß
Petrus daselbst war, sandten sie zwei Männer zu ihm und ermahnten
ihn, daß er sich's nicht ließe verdrießen, zu ihnen zu kommen.
9:39
Petrus aber stand auf und kam mit ihnen. Und als er
hingekommen war, führten sie ihn hinauf auf den Söller, und
traten um ihn alle Witwen, weinten und zeigten ihm die Röcke und
Kleider, welche die Rehe machte, als sie noch bei ihnen war.
9:40
Und da Petrus sie alle hinausgetrieben hatte, kniete er
nieder, betete und wandte sich zu dem Leichnam und sprach: Tabea,
stehe auf! Und sie tat ihre Augen auf; und da sie Petrus sah,
setzte sie sich wieder.
9:41
Er aber gab ihr die Hand und richtete sie auf und rief die
Heiligen und die Witwen und stellte sie lebendig dar.
9:42
Und es ward kund durch ganz Joppe, und viele wurden gläubig
an den HERRN.
9:43
Und es geschah, daß er lange Zeit zu Joppe blieb bei einem
Simon, der ein Gerber war.
10:1
Es war aber ein Mann zu Cäsarea, mit Namen Kornelius, ein
Hauptmann von der Schar, die da heißt die italische,
10:2
gottselig und gottesfürchtig samt seinem ganzen Hause, und
gab dem Volk viel Almosen und betete immer zu Gott.
10:3
Der sah in einem Gesicht offenbarlich um die neunte Stunde am
Tage einen Engel Gottes zu sich eingehen, der sprach zu ihm:
Kornelius!
10:4
Er aber sah ihn an, erschrak und sprach: HERR, was ist's? Er
aber sprach zu ihm: Deine Gebete und deine Almosen sind
hinaufgekommen ins Gedächtnis vor Gott.
10:5
Und nun sende Männer gen Joppe und laß fordern Simon, mit dem
Zunamen Petrus,
10:6
welcher ist zur Herberge bei einem Gerber Simon, des Haus am
Meer liegt; der wird dir sagen, was du tun sollst.
10:7
Und da der Engel, der mit Kornelius redete, hinweggegangen
war, rief er zwei seiner Hausknechte und einen gottesfürchtigen
Kriegsknecht von denen, die ihm aufwarteten,
10:8
und erzählte es ihnen alles und sandte sie gen Joppe.
10:9
Des anderen Tages, da diese auf dem Wege waren, und nahe zur
Stadt kamen, stieg Petrus hinauf auf den Söller, zu beten, um die
sechste Stunde.
10:10
Und als er hungrig ward, wollte er essen. Da sie ihm aber
zubereiteten, ward er entzückt
10:11
und sah den Himmel aufgetan und herniederfahren zu ihm ein
Gefäß wie ein großes leinenes Tuch, an vier Zipfeln gebunden, und
es ward niedergelassen auf die Erde.
10:12
Darin waren allerlei vierfüßige Tiere der Erde und wilde
Tiere und Gewürm und Vögel des Himmels.
10:13
Und es geschah eine Stimme zu ihm: Stehe auf, Petrus,
schlachte und iß!
10:14
Petrus aber sprach: O nein, HERR; denn ich habe noch nie
etwas Gemeines oder Unreines gegessen.
10:15
Und die Stimme sprach zum andernmal zu ihm: Was Gott
gereinigt hat, das mache du nicht gemein.
10:16
Und das geschah zu drei Malen; und das Gefäß ward wieder
aufgenommen gen Himmel.
10:17
Als aber Petrus sich in sich selbst bekümmerte, was das
Gesicht wäre, das er gesehen hatte, siehe, da fragten die Männer,
von Kornelius gesandt, nach dem Hause Simons und standen an der
Tür,
10:18
riefen und forschten, ob Simon, mit dem Zunamen Petrus,
allda zur Herberge wäre.
10:19
Indem aber Petrus nachsann über das Gesicht, sprach der
Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich;
10:20
aber stehe auf, steig hinab und zieh mit ihnen und zweifle
nicht; denn ich habe sie gesandt.
10:21
Da stieg Petrus hinab zu den Männern, die von Kornelius zu
ihm gesandt waren, und sprach: Siehe, ich bin's, den ihr sucht;
was ist die Sache, darum ihr hier seid?
10:22
Sie aber sprachen: Kornelius, der Hauptmann, ein frommer und
gottesfürchtiger Mann und gutes Gerüchts bei dem ganzen Volk der
Juden, hat Befehl empfangen von einem heiligen Engel, daß er dich
sollte fordern lassen in sein Haus und Worte von dir hören.
10:23
Da rief er sie hinein und beherbergte sie. Des anderen Tages
zog Petrus aus mit ihnen, und etliche Brüder von Joppe gingen mit
ihm.
10:24
Und des andern Tages kamen sie gen Cäsarea. Kornelius aber
wartete auf sie und hatte zusammengerufen seine Verwandten und
Freunde.
10:25
Und als Petrus hineinkam, ging ihm Kornelius entgegen und
fiel zu seinen Füßen und betete ihn an.
10:26
Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Stehe auf, ich bin
auch ein Mensch.
10:27
Und als er sich mit ihm besprochen hatte, ging er hinein und
fand ihrer viele, die zusammengekommen waren.
10:28
Und er sprach zu ihnen: Ihr wisset, wie es ein unerlaubtes
Ding ist einem jüdischen Mann, sich zu tun oder zu kommen zu
einem Fremdling; aber Gott hat mir gezeigt, keinen Menschen
gemein oder unrein zu heißen.
10:29
Darum haben ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich ward
hergefordert. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt lassen
fordern?
10:30
Kornelius sprach: Ich habe vier Tage gefastet, bis an diese
Stunde, und um die neunte Stunde betete ich in meinen Hause. Und
siehe, da stand ein Mann vor mir in einem hellen Kleid
10:31
und sprach: Kornelius, dein Gebet ist erhört, und deiner
Almosen ist gedacht worden vor Gott.
10:32
So sende nun gen Joppe und laß herrufen einen Simon, mit dem
Zunamen Petrus, welcher ist zur Herberge in dem Hause des Gerbers
Simon an dem Meer; der wird, wenn er kommt, mit dir reden.
10:33
Da sandte ich von Stund an zu dir; und du hast wohl getan,
daß du gekommen bist. Nun sind wir alle hier gegenwärtig vor
Gott, zu hören alles, was dir von Gott befohlen ist.
10:34
Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahr ich
mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansieht;
10:35
sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht tut,
der ist ihm angenehm.
10:36
Ihr wißt wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern
Israel gesandt hat, und daß er hat den Frieden verkündigen lassen
durch Jesum Christum (welcher ist ein HERR über alles),
10:37
die durchs ganze jüdische Land geschehen ist und angegangen
in Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte:
10:38
wie Gott diesen Jesus von Nazareth gesalbt hat mit dem
heiligen Geist und Kraft; der umhergezogen ist und hat wohlgetan
und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältigt waren; denn
Gott war mit ihm.
10:39
Und wir sind Zeugen alles des, das er getan hat im jüdischen
Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getötet und an ein Holz
gehängt.
10:40
Den hat Gott auferweckt am dritten Tage und ihn lassen
offenbar werden,
10:41
nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von
Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er
auferstanden war von den Toten.
10:42
Und hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu zeugen, daß
er ist verordnet von Gott zum Richter der Lebendigen und der
Toten.
10:43
Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen
alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.
10:44
Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist
auf alle, die dem Wort zuhörten.
10:45
Und die Gläubigen aus den Juden, die mit Petrus gekommen
waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des
heiligen Geistes ausgegossen ward;
10:46
denn sie hörten, daß sie mit Zungen redeten und Gott hoch
priesen. Da antwortete Petrus:
10:47
Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft
werden, die den heiligen Geist empfangen haben gleichwie auch
wir?
10:48
Und befahl, sie zu taufen in dem Namen des HERRN. Da baten
sie ihn, daß er etliche Tage dabliebe.
11:1
Es kam aber vor die Apostel und Brüder, die in dem jüdischen
Lande waren, daß auch die Heiden hätten Gottes Wort angenommen.
11:2
Und da Petrus hinaufkam gen Jerusalem, zankten mit ihm, die
aus den Juden waren,
11:3
und sprachen: Du bist eingegangen zu den Männern, die
unbeschnitten sind, und hast mit ihnen gegessen.
11:4
Petrus aber hob an und erzählte es ihnen nacheinander her und
sprach:
11:5
Ich war in der Stadt Joppe im Gebete und war entzückt und sah
ein Gesicht, nämlich ein Gefäß herniederfahren, wie ein großes
leinenes Tuch mit vier Zipfeln, und niedergelassen vom Himmel,
das kam bis zu mir.
11:6
Darein sah ich und ward gewahr und sah vierfüßige Tiere der
Erde und wilde Tiere und Gewürm und Vögel des Himmels.
11:7
Ich hörte aber eine Stimme, die sprach zu mir: Stehe auf,
Petrus, schlachte und iß!
11:8
Ich aber sprach: O nein, HERR; denn es ist nie etwas Gemeines
oder Unreines in meinen Mund gegangen.
11:9
Aber die Stimme antwortete mir zum andernmal vom Himmel: Was
Gott gereinigt hat, das mache du nicht gemein.
11:10
Das geschah aber dreimal; und alles ward wieder hinauf gen
Himmel gezogen.
11:11
Und siehe von Stund an standen drei Männer vor dem Hause,
darin ich war, gesandt von Cäsarea zu mir.
11:12
Der Geist aber sprach zu mir, ich sollte mit ihnen gehen und
nicht zweifeln. Es kamen aber mit mir diese sechs Brüder, und wir
gingen in des Mannes Haus.
11:13
Und er verkündigte uns, wie er gesehen hätte einen Engel in
seinem Hause stehen, der zu ihm gesprochen hätte: Sende Männer
gen Joppe und laß fordern den Simon, mit dem Zunamen Petrus;
11:14
der wird dir Worte sagen, dadurch du selig werdest und dein
ganzes Haus.
11:15
Indem aber ich anfing zu reden, fiel der heilige Geist auf
sie gleichwie auf uns am ersten Anfang.
11:16
Da dachte ich an das Wort des HERRN, als er sagte: "Johannes
hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem heiligen Geist
getauft werden."
11:17
So nun Gott ihnen die gleiche Gabe gegeben hat wie auch uns,
die da glauben an den HERRN Jesus Christus: wer war ich, daß ich
konnte Gott wehren?
11:18
Da sie das hörten schwiegen sie still und lobten Gott und
sprachen: So hat Gott auch den Heiden Buße gegeben zum Leben!
11:19
Die aber zerstreut waren in der Trübsal, so sich über
Stephanus erhob, gingen umher bis gen Phönizien und Zypern und
Antiochien und redeten das Wort zu niemand denn allein zu den
Juden.
11:20
Es waren aber etliche unter ihnen, Männer von Zypern und
Kyrene, die kamen gen Antiochien und redeten auch zu den Griechen
und predigten das Evangelium vom HERRN Jesus.
11:21
Und die Hand des HERRN war mit ihnen, und eine große Zahl
ward gläubig und bekehrte sich zu dem HERRN.
11:22
Es kam aber diese Rede von ihnen vor die Ohren der Gemeinde
zu Jerusalem; und sie sandten Barnabas, daß er hinginge bis gen
Antiochien.
11:23
Dieser, da er hingekommen war und sah die Gnade Gottes, ward
er froh und ermahnte sie alle, daß sie mit festem Herzen an dem
HERRN bleiben wollten.
11:24
Denn er war ein frommer Mann, voll heiligen Geistes und
Glaubens. Und es ward ein großes Volk dem HERRN zugetan.
11:25
Barnabas aber zog aus gen Tarsus, Saulus wieder zu suchen;
11:26
und da er ihn fand, führte er ihn gen Antiochien. Und sie
blieben bei der Gemeinde ein ganzes Jahr und lehrten viel Volks;
daher die Jünger am ersten zu Antiochien Christen genannt wurden.
11:27
In diesen Tagen kamen Propheten von Jerusalem gen
Antiochien.
11:28
Und einer unter ihnen mit Namen Agabus stand auf und deutete
durch den Geist eine große Teuerung, die da kommen sollte über
den ganzen Kreis der Erde; welche geschah unter dem Kaiser
Klaudius.
11:29
Aber unter den Jüngern beschloß ein jeglicher, nach dem er
vermochte, zu senden eine Handreichung den Brüdern, die in Judäa
wohnten;
11:30
wie sie denn auch taten, und schickten's zu den Ältesten
durch die Hand Barnabas und Saulus.
12:1
Um diese Zeit legte der König Herodes die Hände an etliche
von der Gemeinde, sie zu peinigen.
12:2
Er tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem
Schwert.
12:3
Und da er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort und fing
Petrus auch. Es waren aber eben die Tage der süßen Brote.
12:4
Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängnis und
überantwortete ihn vier Rotten, je von vier Kriegsknechten, ihn
zu bewahren, und gedachte, ihn nach Ostern dem Volk vorzustellen.
12:5
Und Petrus ward zwar im Gefängnis gehalten; aber die Gemeinde
betete ohne Aufhören für ihn zu Gott.
12:6
Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselben Nacht
schlief Petrus zwischen zwei Kriegsknechten, gebunden mit zwei
Ketten, und die Hüter vor der Tür hüteten das Gefängnis.
12:7
Und siehe, der Engel des HERRN kam daher, und ein Licht
schien in dem Gemach; und er schlug Petrus an die Seite und
weckte ihn und sprach: Stehe behende auf! Und die Ketten fielen
ihm von seinen Händen.
12:8
Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und tu deine Schuhe
an! Und er tat also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um
dich und folge mir nach!
12:9
Und er ging hinaus und folgte ihm und wußte nicht, daß ihm
wahrhaftig solches geschähe durch den Engel; sondern es deuchte
ihn, er sähe ein Gesicht.
12:10
Sie gingen aber durch die erste und andere Hut und kamen zu
der eisernen Tür, welche zur Stadt führt; die tat sich ihnen von
selber auf. Und sie traten hinaus und gingen hin eine Gasse lang;
und alsobald schied der Engel von ihm.
12:11
Und da Petrus zu sich selber kam, sprach er: Nun weiß ich
wahrhaftig, daß der HERR seinen Engel gesandt hat und mich
errettet aus der Hand des Herodes und von allen Warten des
jüdischen Volkes.
12:12
Und als er sich besann, kam er vor das Haus Marias, der
Mutter des Johannes, der mit dem Zunamen Markus hieß, da viele
beieinander waren und beteten.
12:13
Als aber Petrus an die Tür des Tores klopfte, trat hervor
eine Magd, zu horchen, mit Namen Rhode.
12:14
Und als sie des Petrus Stimme erkannte, tat sie das Tor
nicht auf vor Freuden, lief aber hinein und verkündigte es ihnen,
Petrus stünde vor dem Tor.
12:15
Sie aber sprachen zu ihr: Du bist unsinnig. Sie aber bestand
darauf, es wäre also. Sie sprachen: Es ist sein Engel.
12:16
Petrus klopfte weiter an. Da sie aber auftaten, sahen sie
ihn und entsetzten sich.
12:17
Er aber winkte ihnen mit der Hand, zu schweigen, und
erzählte ihnen, wie ihn der HERR hatte aus dem Gefängnis geführt,
und sprach: Verkündiget dies Jakobus und den Brüdern. Und ging
hinaus und zog an einen andern Ort.
12:18
Da es aber Tag ward, war eine nicht kleine Bekümmernis unter
den Kriegsknechten, wie es doch mit Petrus gegangen wäre.
12:19
Herodes aber, da er ihn forderte und nicht fand, ließ die
Hüter verhören und hieß sie wegführen; und zog von Judäa hinab
gen Cäsarea und hielt allda sein Wesen.
12:20
Denn er gedachte, wider die von Tyrus und Sidon zu kriegen.
Sie aber kamen einmütig zu ihm und überredeten des Königs
Kämmerer, Blastus, und baten um Frieden, darum daß ihre Lande
sich nähren mußten von des Königs Land.
12:21
Aber auf einen bestimmten Tag tat Herodes das königliche
Kleid an, setzte sich auf den Richtstuhl und tat eine Rede zu
ihnen.
12:22
Das Volk aber rief zu: Das ist Gottes Stimme und nicht eines
Menschen!
12:23
Alsbald schlug ihn der Engel des HERRN, darum daß er die
Ehre nicht Gott gab; und ward gefressen von den Würmern und gab
den Geist auf.
12:24
Das Wort Gottes aber wuchs und mehrte sich.
12:25
Barnabas aber und Saulus kehrten wieder von Jerusalem,
nachdem sie überantwortet hatten die Handreichung, und nahmen mit
sich Johannes, mit dem Zunamen Markus.
13:1
Es waren aber zu Antiochien in der Gemeinde Propheten und
Lehrer, nämlich Barnabas und Simon, genannt Niger, und Luzius von
Kyrene und Manahen, der mit Herodes dem Vierfürsten erzogen war,
und Saulus.
13:2
Da sie aber dem HERRN dienten und fasteten, sprach der
heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk,
dazu ich sie berufen habe.
13:3
Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und
ließen sie gehen.
13:4
Diese nun, wie sie ausgesandt waren vom heiligen Geist, kamen
sie gen Seleucia, und von da schifften sie gen Zypern.
13:5
Und da sie in die Stadt Salamis kamen, verkündigten sie das
Wort Gottes in der Juden Schulen; sie hatten aber auch Johannes
zum Diener.
13:6
Und da sie die Insel durchzogen bis zu der Stadt Paphos,
fanden sie einen Zauberer und falschen Propheten, einen Juden,
der hieß Bar-Jesus;
13:7
der war bei Sergius Paulus, dem Landvogt, einem verständigen
Mann. Der rief zu sich Barnabas und Saulus und begehrte, das Wort
Gottes zu hören.
13:8
Da widerstand ihnen der Zauberer Elymas (denn also wird sein
Name gedeutet) und trachtete, daß er den Landvogt vom Glauben
wendete.
13:9
Saulus aber, der auch Paulus heißt, voll heiligen Geistes,
sah ihn an
13:10
und sprach: O du Kind des Teufels, voll aller List und aller
Schalkheit, und Feind aller Gerechtigkeit, du hörst nicht auf,
abzuwenden die rechten Wege des HERRN;
13:11
und nun siehe, die Hand des HERRN kommt über dich, und du
sollst blind sein und die Sonne eine Zeitlang nicht sehen! Und
von Stund an fiel auf ihn Dunkelheit und Finsternis, und er ging
umher und suchte Handleiter.
13:12
Als der Landvogt die Geschichte sah, glaubte er und
verwunderte sich der Lehre des HERRN.
13:13
Da aber Paulus und die um ihn waren, von Paphos schifften,
kamen sie gen Perge im Lande Pamphylien. Johannes aber wich von
ihnen und zog wieder gen Jerusalem.
13:14
Sie aber zogen weiter von Perge und kamen gen Antiochien im
Lande Pisidien und gingen in die Schule am Sabbattage und setzten
sich.
13:15
Nach der Lektion aber des Gesetzes und der Propheten sandten
die Obersten der Schule zu ihnen und ließen ihnen sagen: Liebe
Brüder, wollt ihr etwas reden und das Volk ermahnen, so sagt an.
13:16
Da stand Paulus auf und winkte mit der Hand und sprach: Ihr
Männer von Israel und die ihr Gott fürchtet, höret zu!
13:17
Der Gott dieses Volkes hat erwählt unsre Väter und erhöht
das Volk, da sie Fremdlinge waren im Lande Ägypten, und mit einem
hohen Arm führte er sie aus demselben.
13:18
Und vierzig Jahre lang duldete er ihre Weise in der Wüste,
13:19
und vertilgte sieben Völker in dem Lande Kanaan und teilte
unter sie nach dem Los deren Lande.
13:20
Darnach gab er ihnen Richter vierhundert und fünfzig Jahre
lang bis auf den Propheten Samuel.
13:21
Und von da an baten sie um einen König; und Gott gab ihnen
Saul, den Sohn des Kis, einen Mann aus dem Geschlechte Benjamin,
vierzig Jahre lang.
13:22
Und da er denselben wegtat, richtete er auf über sie David
zum König, von welchem er zeugte: "Ich habe gefunden David, den
Sohn Jesse's, einen Mann nach meinem Herzen, der soll tun allen
meinen Willen."
13:23
Aus dieses Samen hat Gott, wie er verheißen hat, kommen
lassen Jesum, dem Volk Israel zum Heiland;
13:24
wie denn Johannes zuvor dem Volk Israel predigte die Taufe
der Buße, ehe denn er anfing.
13:25
Da aber Johannes seinen Lauf erfüllte, sprach er: "Ich bin
nicht der, für den ihr mich haltet; aber siehe, er kommt nach
mir, des ich nicht wert bin, daß ich ihm die Schuhe seiner Füße
auflöse."
13:26
Ihr Männer, liebe Brüder, ihr Kinder des Geschlechts Abraham
und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils
gesandt.
13:27
Denn die zu Jerusalem wohnen und ihre Obersten, dieweil sie
diesen nicht kannten noch die Stimme der Propheten (die alle
Sabbate gelesen werden), haben sie dieselben mit ihrem Urteil
erfüllt.
13:28
Und wiewohl sie keine Ursache des Todes an ihm fanden, baten
sie doch Pilatus, ihn zu töten.
13:29
Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben
ist, nahmen sie ihn von dem Holz und legten ihn in ein Grab.
13:30
Aber Gott hat ihn auferweckt von den Toten;
13:31
und er ist erschienen viele Tage denen, die mit ihm hinauf
von Galiläa gen Jerusalem gegangen waren, welche sind seine
Zeugen an das Volk.
13:32
Und wir verkündigen euch die Verheißung, die zu unseren
Vätern geschehen ist,
13:33
daß sie Gott uns, ihren Kindern, erfüllt hat in dem, daß er
Jesum auferweckte; wie denn im zweiten Psalm geschrieben steht:
"Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget."
13:34
Daß er ihn aber hat von den Toten auferweckt, daß er hinfort
nicht soll verwesen, spricht er also: "Ich will euch die Gnade,
David verheißen, treulich halten."
13:35
Darum spricht er auch an einem andern Ort: "Du wirst es
nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe."
13:36
Denn David, da er zu seiner Zeit gedient hatte dem Willen
Gottes, ist entschlafen und zu seinen Vätern getan und hat die
Verwesung gesehen.
13:37
Den aber Gott auferweckt hat, der hat die Verwesung nicht
gesehen.
13:38
So sei es nun euch kund, liebe Brüder, daß euch verkündigt
wird Vergebung der Sünden durch diesen und von dem allem, wovon
ihr nicht konntet im Gesetz Mose's gerecht werden.
13:39
Wer aber an diesen glaubt, der ist gerecht.
13:40
Seht nun zu, daß nicht über euch komme, was in den Propheten
gesagt ist:
13:41
"Seht, ihr Verächter, und verwundert euch und werdet
zunichte! denn ich tue ein Werk zu euren Zeiten, welches ihr
nicht glauben werdet, so es euch jemand erzählen wird."
13:42
Da aber die Juden aus der Schule gingen, baten die Heiden,
daß sie am nächsten Sabbat ihnen die Worte sagten.
13:43
Und als die Gemeinde der Schule voneinander ging, folgten
Paulus und Barnabas nach viele Juden und gottesfürchtige
Judengenossen. Sie aber sagten ihnen und ermahnten sie, daß sie
bleiben sollten in der Gnade Gottes.
13:44
Am folgenden Sabbat aber kam zusammen fast die ganze Stadt,
das Wort Gottes zu hören.
13:45
Da aber die Juden das Volk sahen, wurden sie voll Neides und
widersprachen dem, was von Paulus gesagt ward, widersprachen und
lästerten.
13:46
Paulus aber und Barnabas sprachen frei und öffentlich: Euch
mußte zuerst das Wort Gottes gesagt werden; nun ihr es aber von
euch stoßet und achtet euch selbst nicht wert des ewigen Lebens,
siehe, so wenden wir uns zu den Heiden.
13:47
Denn also hat uns der HERR geboten: "Ich habe dich den
Heiden zum Licht gesetzt, daß du das Heil seist bis an das Ende
der Erde."
13:48
Da es aber die Heiden hörten, wurden sie froh und priesen
das Wort des HERRN und wurden gläubig, wie viele ihrer zum ewigen
Leben verordnet waren.
13:49
Und das Wort des HERRN ward ausgebreitet durch die ganze
Gegend.
13:50
Aber die Juden bewegten die andächtigen und ehrbaren Weiber
und der Stadt Oberste und erweckten eine Verfolgung über Paulus
und Barnabas und stießen sie zu ihren Grenzen hinaus.
13:51
Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen über sie und
kamen gen Ikonion.
13:52
Die Jünger aber wurden voll Freude und heiligen Geistes.
14:1
Es geschah aber zu Ikonion, daß sie zusammenkamen und
predigten in der Juden Schule, also daß eine große Menge der
Juden und Griechen gläubig ward.
14:2
Die ungläubigen Juden aber erweckten und entrüsteten die
Seelen der Heiden wider die Brüder.
14:3
So hatten sie nun ihr Wesen daselbst eine lange Zeit und
lehrten frei im HERRN, welcher bezeugte das Wort seiner Gnade und
ließ Zeichen und Wunder geschehen durch ihre Hände.
14:4
Die Menge aber der Stadt spaltete sich; etliche hielten's mit
den Juden und etliche mit den Aposteln.
14:5
Da sich aber ein Sturm erhob der Heiden und der Juden und
ihrer Obersten, sie zu schmähen und zu steinigen,
14:6
wurden sie des inne und entflohen in die Städte des Landes
Lykaonien, gen Lystra und Derbe, und in die Gegend umher
14:7
und predigten daselbst das Evangelium.
14:8
Und es war ein Mann zu Lystra, der mußte sitzen; denn er
hatte schwache Füße und war lahm von Mutterleibe, der noch nie
gewandelt hatte.
14:9
Der hörte Paulus reden. Und als dieser ihn ansah und merkte,
daß er glaubte, ihm möchte geholfen werden,
14:10
sprach er mit lauter Stimme: Stehe aufrecht auf deine Füße!
Und er sprang auf und wandelte.
14:11
Da aber das Volk sah, was Paulus getan hatte, hoben sie ihre
Stimme auf und sprachen auf lykaonisch: Die Götter sind den
Menschen gleich geworden und zu uns herniedergekommen.
14:12
Und nannten Barnabas Jupiter und Paulus Merkurius, dieweil
er das Wort führte.
14:13
Der Priester aber Jupiters aus dem Tempel vor ihrer Stadt
brachte Ochsen und Kränze vor das Tor und wollte opfern samt dem
Volk.
14:14
Da das die Apostel Barnabas und Paulus hörten, zerrissen sie
ihre Kleider und sprangen unter das Volk, schrieen
14:15
und sprachen: Ihr Männer, was macht ihr da? Wir sind auch
sterbliche Menschen gleichwie ihr und predigen euch das
Evangelium, daß ihr euch bekehren sollt von diesen falschen zu
dem lebendigen Gott, welcher gemacht hat Himmel und Erde und das
Meer und alles, was darinnen ist;
14:16
der in den vergangenen Zeiten hat lassen alle Heiden wandeln
ihre eigenen Wege;
14:17
und doch hat er sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat
uns viel Gutes getan und vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten
gegeben, unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freude.
14:18
Und da sie das sagten, stillten sie kaum das Volk, daß sie
ihnen nicht opferten.
14:19
Es kamen aber dahin Juden von Antiochien und Ikonion und
überredeten das Volk und steinigten Paulus und schleiften ihn zur
Stadt hinaus, meinten, er wäre gestorben.
14:20
Da ihn aber die Jünger umringten, stand er auf und ging in
die Stadt. Und den andern Tag ging er aus mit Barnabas gen Derbe;
14:21
und sie predigten der Stadt das Evangelium und unterwiesen
ihrer viele und zogen wieder gen Lystra und Ikonion und
Antiochien,
14:22
stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, daß sie im
Glauben blieben, und daß wir durch viel Trübsale müssen in das
Reich Gottes gehen.
14:23
Und sie ordneten ihnen hin und her Älteste in den Gemeinden,
beteten und fasteten und befahlen sie dem HERRN, an den sie
gläubig geworden waren.
14:24
Und zogen durch Pisidien und kamen nach Pamphylien
14:25
und redeten das Wort zu Perge und zogen hinab gen Attalien.
14:26
Und von da schifften sie gen Antiochien, woher sie verordnet
waren durch die Gnade Gottes zu dem Werk, das sie hatten
ausgerichtet.
14:27
Da sie aber hinkamen, versammelten sie die Gemeinde und
verkündigten, wieviel Gott mit ihnen getan hatte und wie er den
Heiden hätte die Tür des Glaubens aufgetan.
14:28
Sie hatten aber ihr Wesen allda eine nicht kleine Zeit bei
den Jüngern.
15:1
Und etliche kamen herab von Judäa und lehrten die Brüder: Wo
ihr euch nicht beschneiden lasset nach der Weise Mose's, so könnt
ihr nicht selig werden.
15:2
Da sich nun ein Aufruhr erhob und Paulus und Barnabas einen
nicht geringen Streit mit ihnen hatten, ordneten sie, daß Paulus
und Barnabas und etliche andere aus ihnen hinaufzögen gen
Jerusalem zu den Aposteln und Ältesten um dieser Frage willen.
15:3
Und sie wurden von der Gemeinde geleitet und zogen durch
Phönizien und Samarien und erzählten die Bekehrung der Heiden und
machten große Freude allen Brüdern.
15:4
Da sie aber hinkamen gen Jerusalem, wurden sie empfangen von
der Gemeinde und von den Aposteln und von den Ältesten. Und sie
verkündigten, wieviel Gott mit ihnen getan hatte.
15:5
Da traten auf etliche von der Pharisäer Sekte, die gläubig
geworden waren, und sprachen: Man muß sie beschneiden und ihnen
gebieten zu halten das Gesetz Mose's.
15:6
Aber die Apostel und die Ältesten kamen zusammen, über diese
Rede sich zu beraten.
15:7
Da man sich aber lange gestritten hatte, stand Petrus auf und
sprach zu ihnen: Ihr Männer, liebe Brüder, ihr wisset, das Gott
lange vor dieser Zeit unter uns erwählt hat, daß durch meinen
Mund die Heiden das Wort des Evangeliums hörten und glaubten.
15:8
Und Gott, der Herzenskündiger, zeugte über sie und gab ihnen
den heiligen Geist gleichwie auch uns
15:9
und machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen und
reinigte ihre Herzen durch den Glauben.
15:10
Was versucht ihr denn nun Gott mit Auflegen des Jochs auf
der Jünger Hälse, welches weder unsre Väter noch wir haben können
tragen?
15:11
Sondern wir glauben, durch die Gnade des HERRN Jesu Christi
selig zu werden, gleicherweise wie auch sie.
15:12
Da schwieg die ganze Menge still und hörte zu Paulus und
Barnabas, die da erzählten, wie große Zeichen und Wunder Gott
durch sie getan hatte unter den Heiden.
15:13
Darnach, als sie geschwiegen hatten, antwortete Jakobus und
sprach: Ihr Männer, liebe Brüder, höret mir zu!
15:14
Simon hat erzählt, wie aufs erste Gott heimgesucht hat und
angenommen ein Volk aus den Heiden zu seinem Namen.
15:15
Und damit stimmen der Propheten Reden, wie geschrieben
steht:
15:16
"Darnach will ich wiederkommen und will wieder bauen die
Hütte Davids, die zerfallen ist, und ihre Lücken will ich wieder
bauen und will sie aufrichten,
15:17
auf daß, was übrig ist von Menschen, nach dem HERRN frage,
dazu alle Heiden, über welche mein Name genannt ist, spricht der
HERR, der das alles tut."
15:18
Gott sind alle seine Werke bewußt von der Welt her.
15:19
Darum urteile ich, daß man denen, so aus den Heiden zu Gott
sich bekehren, nicht Unruhe mache,
15:20
sondern schreibe ihnen, daß sie sich enthalten von
Unsauberkeit der Abgötter und von Hurerei und vom Erstickten und
vom Blut.
15:21
Denn Mose hat von langen Zeiten her in allen Städten, die
ihn predigen, und wird alle Sabbattage in den Schulen gelesen.
15:22
Und es deuchte gut die Apostel und Ältesten samt der ganzen
Gemeinde, aus ihnen Männer zu erwählen und zu senden gen
Antiochien mit Paulus und Barnabas, nämlich Judas, mit dem
Zunamen Barsabas, und Silas, welche Männer Lehrer waren unter den
Brüdern.
15:23
Und sie gaben Schrift in ihre Hand, also: Wir, die Apostel
und Ältesten und Brüder, wünschen Heil den Brüdern aus den
Heiden, die zu Antiochien und Syrien und Zilizien sind.
15:24
Dieweil wir gehört haben, daß etliche von den Unsern sind
ausgegangen und haben euch mit Lehren irregemacht und eure Seelen
zerrüttet und sagen, ihr sollt euch beschneiden lassen und das
Gesetz halten, welchen wir nichts befohlen haben,
15:25
hat es uns gut gedeucht, einmütig versammelt, Männer zu
erwählen und zu euch zu senden mit unsern liebsten Barnabas und
Paulus,
15:26
welche Menschen ihre Seele dargegeben haben für den Namen
unsers HERRN Jesu Christi.
15:27
So haben wir gesandt Judas und Silas, welche auch mit Worten
dasselbe verkündigen werden.
15:28
Denn es gefällt dem heiligen Geiste und uns, euch keine
Beschwerung mehr aufzulegen als nur diese nötigen Stücke:
15:29
daß ihr euch enthaltet vom Götzenopfer und vom Blut und vom
Erstickten und von der Hurerei; so ihr euch vor diesen bewahrt,
tut ihr recht. Gehabt euch wohl!
15:30
Da diese abgefertigt waren, kamen sie gen Antiochien und
versammelten die Menge und überantworteten den Brief.
15:31
Da sie den lasen, wurden sie des Trostes froh.
15:32
Judas aber und Silas, die auch Propheten waren, ermahnten
die Brüder mit vielen Reden und stärkten sie.
15:33
Und da sie verzogen hatten eine Zeitlang, wurden sie von den
Brüdern mit Frieden abgefertigt zu den Aposteln.
15:34
Es gefiel aber Silas, daß er dabliebe.
15:35
Paulus aber und Barnabas hatten ihr Wesen zu Antiochien,
lehrten und predigten des HERRN Wort samt vielen andern.
15:36
Nach etlichen Tagen aber sprach Paulus zu Barnabas: Laß uns
wiederum ziehen und nach unsern Brüdern sehen durch alle Städte,
in welchen wir des HERRN Wort verkündigt haben, wie sie sich
halten.
15:37
Barnabas aber gab Rat, daß sie mit sich nähmen Johannes, mit
dem Zunamen Markus.
15:38
Paulus aber achtete es billig, daß sie nicht mit sich nähmen
einen solchen, der von ihnen gewichen war in Pamphylien und war
nicht mit ihnen gezogen zu dem Werk.
15:39
Und sie kamen scharf aneinander, also daß sie voneinander
zogen und Barnabas zu sich nahm Markus und schiffte nach Zypern.
15:40
Paulus aber wählte Silas und zog hin, der Gnade Gottes
befohlen von den Brüdern.
15:41
Er zog aber durch Syrien und Zilizien und stärkte die
Gemeinden.
16:1
Er kam aber gen Derbe und Lystra; und siehe, ein Jünger war
daselbst mit Namen Timotheus, eines jüdischen Weibes Sohn, die
war gläubig, aber eines griechischen Vaters.
16:2
Der hatte ein gut Gerücht bei den Brüdern unter den
Lystranern und zu Ikonion.
16:3
Diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen und nahm und
beschnitt ihn um der Juden willen, die an den Orten waren; denn
sie wußten alle, daß sein Vater war ein Grieche gewesen.
16:4
Wie sie aber durch die Städte zogen, überantworteten sie
ihnen, zu halten den Spruch, welcher von den Aposteln und den
Ältesten beschlossen war.
16:5
Da wurden die Gemeinden im Glauben befestigt und nahmen zu an
der Zahl täglich.
16:6
Da sie aber durch Phrygien und das Land Galatien zogen, ward
ihnen gewehrt von dem heiligen Geiste, zu reden das Wort in
Asien.
16:7
Als sie aber kamen an Mysien, versuchten sie, durch Bithynien
zu reisen; und der Geist ließ es ihnen nicht zu.
16:8
Sie zogen aber an Mysien vorüber und kamen hinab gen Troas.
16:9
Und Paulus erschien ein Gesicht bei der Nacht; das war ein
Mann aus Mazedonien, der stand und bat ihn und sprach: Komm
herüber nach Mazedonien und hilf uns!
16:10
Als er aber das Gesicht gesehen hatte, da trachteten wir
alsobald, zu reisen nach Mazedonien, gewiß, daß uns der HERR
dahin berufen hätte, ihnen das Evangelium zu predigen.
16:11
Da fuhren wir aus von Troas; und geradewegs kamen wir gen
Samothrazien, des andern Tages gen Neapolis
16:12
und von da gen Philippi, welches ist die Hauptstadt des
Landes Mazedonien und eine Freistadt. Wir hatten aber in dieser
Stadt unser Wesen etliche Tage.
16:13
Am Tage des Sabbats gingen wir hinaus vor die Stadt an das
Wasser, da man pflegte zu beten, und setzten uns und redeten zu
den Weibern, die da zusammenkamen.
16:14
Und ein gottesfürchtiges Weib mit Namen Lydia, eine
Purpurkrämerin aus der Stadt der Thyathirer, hörte zu; dieser tat
der HERR das Herz auf, daß sie darauf achthatte, was von Paulus
geredet ward.
16:15
Als sie aber und ihr Haus getauft ward, ermahnte sie uns und
sprach: So ihr mich achtet, daß ich gläubig bin an den HERRN, so
kommt in mein Haus und bleibt allda. Und sie nötigte uns.
16:16
Es geschah aber, da wir zu dem Gebet gingen, daß eine Magd
uns begegnete, die hatte einen Wahrsagergeist und trug ihren
Herren viel Gewinnst zu mit Wahrsagen.
16:17
Die folgte allenthalben Paulus und uns nach, schrie und
sprach: Diese Menschen sind die Knechte Gottes des Allerhöchsten,
die euch den Weg der Seligkeit verkündigen.
16:18
Solches tat sie manchen Tag. Paulus aber tat das wehe, und
er wandte sich um und sprach zu dem Geiste: Ich gebiete dir in
dem Namen Jesu Christi, daß du von ihr ausfahrest. Und er fuhr
aus zu derselben Stunde.
16:19
Da aber die Herren sahen, daß die Hoffnung ihres Gewinnstes
war ausgefahren, nahmen sie Paulus und Silas, zogen sie auf den
Markt vor die Obersten
16:20
und führten sie zu den Hauptleuten und sprachen: Diese
Menschen machen unsere Stadt irre; sie sind Juden
16:21
und verkündigen eine Weise, welche uns nicht ziemt
anzunehmen noch zu tun, weil wir Römer sind.
16:22
Und das Volk ward erregt wider sie; und die Hauptleute
ließen ihnen die Kleider abreißen und hießen sie stäupen.
16:23
Und da sie sie wohl gestäupt hatten, warfen sie sie ins
Gefängnis und geboten dem Kerkermeister, daß er sie wohl
verwahrte.
16:24
Der, da er solches Gebot empfangen hatte, warf sie in das
innerste Gefängnis und legte ihre Füße in den Stock.
16:25
Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten
Gott. Und es hörten sie die Gefangenen.
16:26
Schnell aber ward ein großes Erdbeben, also daß sich
bewegten die Grundfesten des Gefängnisses. Und von Stund an
wurden alle Türen aufgetan und aller Bande los.
16:27
Als aber der Kerkermeister aus dem Schlafe fuhr und sah die
Türen des Gefängnisses aufgetan, zog er das Schwert aus und
wollte sich selbst erwürgen; denn er meinte die Gefangenen wären
entflohen.
16:28
Paulus rief aber laut und sprach: Tu dir nichts Übles; denn
wir sind alle hier!
16:29
Er forderte aber ein Licht und sprang hinein und ward
zitternd und fiel Paulus und Silas zu den Füßen
16:30
und führte sie heraus und sprach: Liebe Herren, was soll ich
tun, daß ich selig werde?
16:31
Sie sprachen: Glaube an den HERRN Jesus Christus, so wirst
du und dein Haus selig!
16:32
Und sie sagten ihm das Wort des HERRN und allen, die in
seinem Hause waren.
16:33
Und er nahm sie zu sich in derselben Stunde der Nacht und
wusch ihnen die Striemen ab; und er ließ sich taufen und alle die
Seinen alsobald.
16:34
Und führte sie in sein Haus und setzte ihnen einen Tisch und
freute sich mit seinem ganzen Hause, daß er an Gott gläubig
geworden war.
16:35
Und da es Tag ward, sandten die Hauptleute Stadtdiener und
sprachen: Laß die Menschen gehen!
16:36
Und der Kerkermeister verkündigte diese Rede Paulus: Die
Hauptleute haben hergesandt, daß ihr los sein sollt. Nun ziehet
aus und gehet hin mit Frieden!
16:37
Paulus aber sprach zu ihnen: Sie haben uns ohne Recht und
Urteil öffentlich gestäupt, die wir doch Römer sind, und uns ins
Gefängnis geworfen, und sollten uns nun heimlich ausstoßen? Nicht
also; sondern lasset sie selbst kommen und uns hinausführen!
16:38
Die Stadtdiener verkündigten diese Worte den Hauptleuten.
Und sie fürchteten sich, da sie hörten, daß sie Römer wären,
16:39
und kamen und redeten ihnen zu, führten sie heraus und baten
sie, daß sie auszögen aus der Stadt.
16:40
Da gingen sie aus dem Gefängnis und gingen zu der Lydia. Und
da sie die Brüder gesehen hatten und getröstet, zogen sie aus.
17:1
Nachdem sie aber durch Amphipolis und Apollonia gereist
waren, kamen sie gen Thessalonich; da war eine Judenschule.
17:2
Wie nun Paulus gewohnt war, ging er zu ihnen hinein und
redete mit ihnen an drei Sabbaten aus der Schrift,
17:3
tat sie ihnen auf und legte es ihnen vor, daß Christus mußte
leiden und auferstehen von den Toten und daß dieser Jesus, den
ich (sprach er) euch verkündige, ist der Christus.
17:4
Und etliche unter ihnen fielen ihm zu und gesellten sich zu
Paulus und Silas, auch der gottesfürchtigen Griechen eine große
Menge, dazu der vornehmsten Weiber nicht wenige.
17:5
Aber die halsstarrigen Juden neideten und nahmen zu sich
etliche boshafte Männer Pöbelvolks, machten eine Rotte und
richteten einen Aufruhr in der Stadt an und traten vor das Haus
Jasons und suchten sie zu führen vor das Volk.
17:6
Da sie aber sie nicht fanden, schleiften sie den Jason und
etliche Brüder vor die Obersten der Stadt und schrieen: Diese,
die den ganzen Weltkreis erregen, sind auch hergekommen;
17:7
die herbergt Jason. Und diese alle handeln gegen des Kaisers
Gebote, sagen, ein anderer sei der König, nämlich Jesus.
17:8
Sie bewegten aber das Volk und die Obersten der Stadt, die
solches hörten.
17:9
Und da ihnen Genüge von Jason und andern geleistet war,
ließen sie sie los.
17:10
Die Brüder aber fertigten alsobald ab bei der Nacht Paulus
und Silas gen Beröa. Da sie dahin kamen, gingen sie in die
Judenschule.
17:11
Diese aber waren edler denn die zu Thessalonich; die nahmen
das Wort auf ganz willig und forschten täglich in der Schrift, ob
sich's also verhielte.
17:12
So glaubten nun viele aus ihnen, auch der griechischen
ehrbaren Weiber und Männer nicht wenige.
17:13
Als aber die Juden von Thessalonich erfuhren, daß auch zu
Beröa das Wort Gottes von Paulus verkündigt würde, kamen sie und
bewegten auch allda das Volk.
17:14
Aber da fertigten die Brüder Paulus alsobald ab, daß er
ginge bis an das Meer; Silas aber und Timotheus blieben da.
17:15
Die aber Paulus geleiteten, führten ihn bis gen Athen. Und
nachdem sie Befehl empfangen an den Silas und Timotheus, daß sie
aufs schnellste zu ihm kämen, zogen sie hin.
17:16
Da aber Paulus ihrer zu Athen wartete, ergrimmte sein Geist
in ihm, da er sah die Stadt so gar abgöttisch.
17:17
Und er redete zu den Juden und Gottesfürchtigen in der
Schule, auch auf dem Markte alle Tage zu denen, die sich
herzufanden.
17:18
Etliche aber der Epikurer und Stoiker Philosophen stritten
mit ihm. Und etliche sprachen: Was will dieser Lotterbube sagen?
Etliche aber: Es sieht, als wolle er neue Götter verkündigen.
(Das machte, er hatte das Evangelium von Jesu und von der
Auferstehung ihnen verkündigt.)
17:19
Sie nahmen ihn aber und führten ihn auf den Gerichtsplatz
und sprachen: Können wir auch erfahren, was das für eine neue
Lehre sei, die du lehrst?
17:20
Denn du bringst etwas Neues vor unsere Ohren; so wollten wir
gern wissen, was das sei.
17:21
(Die Athener aber alle, auch die Ausländer und Gäste, waren
gerichtet auf nichts anderes, denn etwas Neues zu sagen oder zu
hören.)
17:22
Paulus aber stand mitten auf dem Gerichtsplatz und sprach:
Ihr Männer von Athen, ich sehe, daß ihr in allen Stücken gar sehr
die Götter fürchtet.
17:23
Ich bin herdurchgegangen und habe gesehen eure Gottesdienste
und fand einen Altar, darauf war geschrieben: Dem unbekannten
Gott. Nun verkündige ich euch denselben, dem ihr unwissend
Gottesdienst tut.
17:24
Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist,
er, der ein HERR ist Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln
mit Händen gemacht;
17:25
sein wird auch nicht von Menschenhänden gepflegt, als der
jemandes bedürfe, so er selber jedermann Leben und Odem
allenthalben gibt.
17:26
Und er hat gemacht, daß von einem Blut aller Menschen
Geschlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen, und hat Ziel gesetzt
und vorgesehen, wie lange und wie weit sie wohnen sollen;
17:27
daß sie den HERRN suchen sollten, ob sie doch ihn fühlen und
finden möchten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem
jeglichen unter uns.
17:28
Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch etliche
Poeten bei euch gesagt haben: "Wir sind seines Geschlechts."
17:29
So wir denn göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht
meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und
steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht.
17:30
Und zwar hat Gott die Zeit der Unwissenheit übersehen; nun
aber gebietet er allen Menschen an allen Enden, Buße zu tun,
17:31
darum daß er einen Tag gesetzt hat, an welchem er richten
will den Kreis des Erdbodens mit Gerechtigkeit durch einen Mann,
in welchem er's beschlossen hat und jedermann vorhält den
Glauben, nachdem er ihn hat von den Toten auferweckt.
17:32
Da sie hörten die Auferstehung der Toten, da hatten's
etliche ihren Spott; etliche aber sprachen: Wir wollen dich davon
weiter hören.
17:33
Also ging Paulus von ihnen.
17:34
Etliche Männer aber hingen ihm an und wurden gläubig, unter
welchen war Dionysius, einer aus dem Rat, und ein Weib mit Namen
Damaris und andere mit ihnen.
18:1
Darnach schied Paulus von Athen und kam gen Korinth
18:2
und fand einen Juden mit Namen Aquila, von Geburt aus Pontus,
welcher war neulich aus Italien gekommen samt seinem Weibe
Priscilla (darum daß der Kaiser Klaudius geboten hatte allen
Juden, zu weichen aus Rom).
18:3
Zu denen ging er ein; und dieweil er gleiches Handwerks war,
blieb er bei ihnen und arbeitete. (Sie waren aber des Handwerks
Teppichmacher).
18:4
Und er lehrte in der Schule an allen Sabbaten und beredete
beide, Juden und Griechen.
18:5
Da aber Silas und Timotheus aus Mazedonien kamen, drang
Paulus der Geist, zu bezeugen den Juden Jesum, daß er der
Christus sei.
18:6
Da sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die
Kleider aus und sprach: Euer Blut sei über euer Haupt! Rein gehe
ich von nun an zu den Heiden.
18:7
Und machte sich von dannen und kam in ein Haus eines mit
Namen Just, der gottesfürchtig war; dessen Haus war zunächst an
der Schule.
18:8
Krispus aber, der Oberste der Schule, glaubte an den HERRN
mit seinem ganzen Hause; und viele Korinther, die zuhörten,
wurden gläubig und ließen sich taufen.
18:9
Es sprach aber der HERR durch ein Gesicht in der Nacht zu
Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede, und schweige nicht!
18:10
denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir
zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.
18:11
Er saß aber daselbst ein Jahr und sechs Monate und lehrte
das Wort Gottes.
18:12
Da aber Gallion Landvogt war in Achaja, empörten sich die
Juden einmütig wider Paulus und führten ihn vor den Richtstuhl
18:13
und sprachen: Dieser überredet die Leute, Gott zu dienen dem
Gesetz zuwider.
18:14
Da aber Paulus wollte den Mund auftun, sprach Gallion zu den
Juden: Wenn es ein Frevel oder eine Schalkheit wäre, liebe Juden,
so höre ich euch billig;
18:15
weil es aber eine Frage ist von der Lehre und von den Worten
und von dem Gesetz unter euch, so seht ihr selber zu; ich denke
darüber nicht Richter zu sein.
18:16
Und trieb sie von dem Richtstuhl.
18:17
Da ergriffen alle Griechen Sosthenes, den Obersten der
Schule, und schlugen ihn vor dem Richtstuhl; und Gallion nahm
sich's nicht an.
18:18
Paulus aber blieb noch lange daselbst; darnach machte er
einen Abschied mit den Brüdern und wollte nach Syrien schiffen
und mit ihm Priscilla und Aquila. Und er schor sein Haupt zu
Kenchreä, denn er hatte ein Gelübde.
18:19
Und er kam gen Ephesus und ließ sie daselbst; er aber ging
in die Schule und redete mit den Juden.
18:20
Sie baten ihn aber, daß er längere Zeit bei ihnen bliebe.
Und er willigte nicht ein,
18:21
sondern machte seinen Abschied mit ihnen und sprach: Ich muß
allerdinge das künftige Fest in Jerusalem halten; will's Gott, so
will ich wieder zu euch kommen. Und fuhr weg von Ephesus
18:22
und kam gen Cäsarea und ging hinauf (nach Jerusalem) und
grüßte die Gemeinde und zog hinab gen Antiochien.
18:23
Und verzog etliche Zeit und reiste weiter und durchwandelte
nacheinander das galatische Land und Phrygien und stärkte alle
Jünger.
18:24
Es kam aber gen Ephesus ein Jude mit namen Apollos, von
Geburt aus Alexandrien, ein beredter Mann und mächtig in der
Schrift.
18:25
Dieser war unterwiesen im Weg des HERRN und redete mit
brünstigem Geist und lehrte mit Fleiß von dem HERRN, wußte aber
allein von der Taufe des Johannes.
18:26
Dieser fing an, frei zu predigen in der Schule. Da ihn aber
Aquila und Priscilla hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten
ihm den Weg Gottes noch fleißiger aus.
18:27
Da er aber wollte nach Achaja reisen, schrieben die Brüder
und vermahnten die Jünger, daß sie ihn aufnähmen. Und als er
dahingekommen war, half er denen, die gläubig waren geworden
durch die Gnade.
18:28
Denn er überwand die Juden beständig und erwies öffentlich
durch die Schrift, daß Jesus Christus sei.
19:1
Es geschah aber, da Apollos zu Korinth war, daß Paulus
durchwandelte die oberen Länder und kam gen Ephesus und fand
etliche Jünger;
19:2
zu denen sprach er: Habt ihr den heiligen Geist empfangen, da
ihr gläubig wurdet? Sie sprachen zu ihm: Wir haben auch nie
gehört, ob ein heiliger Geist sei.
19:3
Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr getauft? Sie
sprachen: Auf die Taufe des Johannes.
19:4
Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der
Buße und sagte dem Volk, daß sie glauben sollten an den, der nach
ihm kommen sollte, das ist an Jesum, daß der Christus sei.
19:5
Da sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des
HERRN Jesu.
19:6
Und da Paulus die Hände auf sie legte, kam der heilige Geist
auf sie, und sie redeten mit Zungen und weissagten.
19:7
Und aller der Männer waren bei zwölf.
19:8
Er ging aber in die Schule und predigte frei drei Monate
lang, lehrte und beredete sie vom Reich Gottes.
19:9
Da aber etliche verstockt waren und nicht glaubten und übel
redeten von dem Wege vor der Menge, wich er von ihnen und
sonderte ab die Jünger und redete täglich in der Schule eines,
der hieß Tyrannus.
19:10
Und das geschah zwei Jahre lang, also daß alle, die in Asien
wohnten, das Wort des HERRN Jesus hörten, beide, Juden und
Griechen.
19:11
und Gott wirkte nicht geringe Taten durch die Hände Paulus,
19:12
also daß sie auch von seiner Haut die Schweißtüchlein und
Binden über die Kranken hielten und die Seuchen von ihnen wichen
und die bösen Geister von ihnen ausfuhren.
19:13
Es unterwanden sich aber etliche der umherziehenden Juden,
die da Beschwörer waren, den namen des HERRN Jesus zu nennen über
die da böse Geister hatten, und sprachen: Wir beschwören euch bei
dem Jesus den Paulus predigt.
19:14
Es waren aber sieben Söhne eines Juden Skevas, des
Hohenpriesters, die solches taten.
19:15
Aber der böse Geist antwortete und sprach: Jesus kenne ich
wohl, und von Paulus weiß ich wohl; wer seid ihr aber?
19:16
Und der Mensch, in dem der böse Geist war, sprang auf sie
und ward ihrer mächtig und warf sie unter sich, also daß sie
nackt und verwundet aus demselben Hause entflohen.
19:17
Das aber ward kund allen, die zu Ephesus wohnten, sowohl
Juden als Griechen; und es fiel eine Furcht über sie alle, und
der Name des HERRN Jesus ward hochgelobt.
19:18
Es kamen auch viele derer, die gläubig waren geworden, und
bekannten und verkündigten, was sie getrieben hatten.
19:19
Viele aber, die da vorwitzige Kunst getrieben hatten,
brachten die Bücher zusammen und verbrannten sie öffentlich und
überrechneten, was sie wert waren, und fanden des Geldes
fünfzigtausend Groschen.
19:20
Also mächtig wuchs das Wort des HERRN und nahm überhand.
19:21
Da das ausgerichtet war, setzte sich Paulus vor im Geiste,
durch Mazedonien und Achaja zu ziehen und gen Jerusalem zu
reisen, und sprach: Nach dem, wenn ich daselbst gewesen bin, muß
ich auch nach Rom sehen.
19:22
Und sandte zwei, die ihm dienten, Timotheus und Erastus,
nach Mazedonien; er aber verzog eine Weile in Asien.
19:23
Es erhob sich aber um diese Zeit eine nicht kleine Bewegung
über diesem Wege.
19:24
Denn einer mit Namen Demetrius, ein Goldschmied, der machte
silberne Tempel der Diana und wandte denen vom Handwerk nicht
geringen Gewinnst zu.
19:25
Dieselben und die Beiarbeiter des Handwerks versammelte er
und sprach: Liebe Männer, ihr wisset, daß wir großen Gewinn von
diesem Gewerbe haben;
19:26
und ihr sehet und höret, daß nicht allein zu Ephesus sondern
auch fast in ganz Asien dieser Paulus viel Volks abfällig macht,
überredet und spricht: Es sind nicht Götter, welche von Händen
gemacht sind.
19:27
Aber es will nicht allein unserm Handel dahin geraten, daß
er nichts gelte, sondern auch der Tempel der großen Göttin Diana
wird für nichts geachtet werden, und wird dazu ihre Majestät
untergehen, welcher doch ganz Asien und der Weltkreis
Gottesdienst erzeigt.
19:28
Als sie das hörten, wurden sie voll Zorns, schrieen und
sprachen: Groß ist die Diana der Epheser!
19:29
Und die ganze Stadt war voll Getümmels; sie stürmten aber
einmütig zu dem Schauplatz und ergriffen Gajus und Aristarchus
aus Mazedonien, des Paulus Gefährten.
19:30
Da aber Paulus wollte unter das Volk gehen, ließen's ihm die
Jünger nicht zu.
19:31
Auch etliche der Obersten in Asien, die des Paulus gute
Freunde waren, sandten zu ihm und ermahnten ihn, daß er sich
nicht begäbe auf den Schauplatz.
19:32
Etliche schrieen so, etliche ein anderes, und die Gemeinde
war irre, und die meisten wußten nicht, warum sie
zusammengekommen waren.
19:33
Etliche vom Volk zogen Alexander hervor, da ihn die Juden
hervorstießen. Alexander aber winkte mit der Hand und wollte sich
vor dem Volk verantworten.
19:34
Da sie aber innewurden, daß er ein Jude war, erhob sich eine
Stimme von allen, und schrieen bei zwei Stunden: Groß ist die
Diana der Epheser!
19:35
Da aber der Kanzler das Volk gestillt hatte, sprach er: Ihr
Männer von Ephesus, welcher Mensch ist, der nicht wisse, daß die
Stadt Ephesus sei eine Pflegerin der großen Göttin Diana und des
himmlischen Bildes?
19:36
Weil das nun unwidersprechlich ist, so sollt ihr ja stille
sein und nichts Unbedächtiges handeln.
19:37
Ihr habt diese Menschen hergeführt, die weder Tempelräuber
noch Lästerer eurer Göttin sind.
19:38
Hat aber Demetrius und die mit ihm sind vom Handwerk, an
jemand einen Anspruch, so hält man Gericht und sind Landvögte da;
lasset sie sich untereinander verklagen.
19:39
Wollt ihr aber etwas anderes handeln, so mag man es
ausrichten in einer ordentlichen Gemeinde.
19:40
Denn wir stehen in der Gefahr, daß wir um diese heutige
Empörung verklagt möchten werden, da doch keine Sache vorhanden
ist, womit wir uns solches Aufruhrs entschuldigen könnten.
19:41
[19:40] Und da er solches gesagt, ließ er die Gemeinde
gehen.
20:1
Da nun die Empörung aufgehört, rief Paulus die Jünger zu sich
und segnete sie und ging aus, zu reisen nach Mazedonien.
20:2
Und da er diese Länder durchzogen und sie ermahnt hatte mit
vielen Worten, kam er nach Griechenland und verzog allda drei
Monate.
20:3
Da aber ihm die Juden nachstellten, als er nach Syrien wollte
fahren, beschloß er wieder umzuwenden durch Mazedonien.
20:4
Es zogen aber mit ihm bis nach Asien Sopater von Beröa, von
Thessalonich aber Aristarchus und Sekundus, und Gajus von Derbe
und Timotheus, aus Asien aber Tychikus und Trophimus.
20:5
Diese gingen voran und harrten unser zu Troas.
20:6
Wir aber schifften nach den Ostertagen von Philippi bis an
den fünften Tag und kamen zu ihnen gen Troas und hatten da unser
Wesen sieben Tage.
20:7
Am ersten Tage der Woche aber, da die Jünger zusammenkamen,
das Brot zu brechen, predigte ihnen Paulus, und wollte des andern
Tages weiterreisen und zog die Rede hin bis zu Mitternacht.
20:8
Und es waren viel Lampen auf dem Söller, da sie versammelt
waren.
20:9
Es saß aber ein Jüngling mit namen Eutychus in einem Fenster
und sank in tiefen Schlaf, dieweil Paulus so lange redete, und
ward vom Schlaf überwältigt und fiel hinunter vom dritten Söller
und ward tot aufgehoben.
20:10
Paulus aber ging hinab und legte sich auf ihn, umfing ihn
und sprach: Machet kein Getümmel; denn seine Seele ist in ihm.
20:11
Da ging er hinauf und brach das Brot und aß und redete viel
mit ihnen, bis der Tag anbrach; und also zog er aus.
20:12
Sie brachten aber den Knaben lebendig und wurden nicht wenig
getröstet.
20:13
Wir aber zogen voran auf dem Schiff und fuhren gen Assos und
wollten daselbst Paulus zu uns nehmen; denn er hatte es also
befohlen, und er wollte zu Fuße gehen.
20:14
Als er nun zu uns traf zu Assos, nahmen wir ihn zu uns und
kamen gen Mitylene.
20:15
Und von da schifften wir und kamen des andern Tages hin
gegen Chios; und des folgenden Tages stießen wir an Samos und
blieben in Trogyllion; und des nächsten Tages kamen wir gen
Milet.
20:16
Denn Paulus hatte beschlossen, an Ephesus vorüberzuschiffen,
daß er nicht müßte in Asien Zeit zubringen; denn er eilte, auf
den Pfingsttag zu Jerusalem zu sein, so es ihm möglich wäre.
20:17
Aber von Milet sandte er gen Ephesus und ließ fordern die
Ältesten von der Gemeinde.
20:18
Als aber die zu ihm kamen, sprach er zu ihnen: Ihr wisset,
von dem Tage an, da ich bin nach Asien gekommen, wie ich allezeit
bin bei euch gewesen
20:19
und dem HERRN gedient habe mit aller Demut und mit viel
Tränen und Anfechtung, die mir sind widerfahren von den Juden, so
mir nachstellten;
20:20
wie ich nichts verhalten habe, das da nützlich ist, daß
ich's euch nicht verkündigt hätte und euch gelehrt, öffentlich
und sonderlich;
20:21
und habe bezeugt, beiden, den Juden und Griechen, die Buße
zu Gott und den Glauben an unsern HERRN Jesus Christus.
20:22
Und nun siehe, ich, im Geiste gebunden, fahre hin gen
Jerusalem, weiß nicht, was mir daselbst begegnen wird,
20:23
nur daß der heilige Geist in allen Städten bezeugt und
spricht, Bande und Trübsal warten mein daselbst.
20:24
Aber ich achte der keines, ich halte mein Leben auch nicht
selbst teuer, auf daß ich vollende meinen Lauf mit Freuden und
das Amt, das ich empfangen habe von dem HERRN Jesus, zu bezeugen
das Evangelium von der Gnade Gottes.
20:25
Und nun siehe, ich weiß, daß ihr mein Angesicht nicht mehr
sehen werdet, alle die, bei welchen ich durchgekommen bin und
gepredigt habe das Reich Gottes.
20:26
Darum bezeuge ich euch an diesem heutigen Tage, daß ich rein
bin von aller Blut;
20:27
denn ich habe euch nichts verhalten, daß ich nicht
verkündigt hätte all den Rat Gottes.
20:28
So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde,
unter welche euch der heilige Geist gesetzt hat zu Bischöfen, zu
weiden die Gemeinde Gottes, welche er durch sein eigen Blut
erworben hat.
20:29
Denn das weiß ich, daß nach meinem Abschied werden unter
euch kommen greuliche Wölfe, die die Herde nicht verschonen
werden.
20:30
Auch aus euch selbst werden aufstehen Männer, die da
verkehrte Lehren reden, die Jünger an sich zu ziehen.
20:31
Darum seid wach und denket daran, daß ich nicht abgelassen
habe drei Jahre, Tag und Nacht, einen jeglichen mit Tränen zu
vermahnen.
20:32
Und nun, liebe Brüder, ich befehle euch Gott und dem Wort
seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen und zu geben
das Erbe unter allen, die geheiligt werden.
20:33
Ich habe euer keines Silber noch Gold noch Kleid begehrt.
20:34
Denn ihr wisset selber, daß mir diese Hände zu meiner
Notdurft und derer, die mit mir gewesen sind, gedient haben.
20:35
Ich habe es euch alles gezeigt, daß man also arbeiten müsse
und die Schwachen aufnehmen und gedenken an das Wort des HERRN
Jesus, daß er gesagt hat: "Geben ist seliger denn Nehmen!"
20:36
Und als er solches gesagt, kniete er nieder und betete mit
ihnen allen.
20:37
Es war aber viel Weinen unter ihnen allen, und sie fielen
Paulus um den Hals und küßten ihn,
20:38
am allermeisten betrübt über das Wort, das er sagte, sie
würden sein Angesicht nicht mehr sehen; und geleiteten ihn in das
Schiff.
21:1
Als nun geschah, daß wir, von ihnen gewandt, dahinfuhren,
kamen wir geradewegs gen Kos und am folgenden Tage gen Rhodus und
von da nach Patara.
21:2
Und da wir ein Schiff fanden, das nach Phönizien fuhr, traten
wir hinein und fuhren hin.
21:3
Als wir aber Zypern ansichtig wurden, ließen wir es zur
linken Hand und schifften nach Syrien und kamen an zu Tyrus; denn
daselbst sollte das Schiff die Ware niederlegen.
21:4
Und als wir Jünger fanden, blieben wir daselbst sieben Tage.
Die sagten Paulus durch den Geist, er sollte nicht hinauf gen
Jerusalem ziehen.
21:5
Und es geschah, da wir die Tage zugebracht hatten, zogen wir
aus und reisten weiter. Und sie geleiteten uns alle mit Weib und
Kindern bis hinaus vor die Stadt, und wir knieten nieder am Ufer
und beteten.
21:6
Und als wir einander gesegnet, traten wir ins Schiff; jene
aber wandten sich wieder zu dem Ihren.
21:7
Wir aber vollzogen die Schiffahrt von Tyrus und kamen gen
Ptolemais und grüßten die Brüder und blieben einen Tag bei ihnen.
21:8
Des andern Tages zogen wir aus, die wir um Paulus waren, und
kamen gen Cäsarea und gingen in das Haus Philippus des
Evangelisten, der einer der sieben war, und blieben bei ihm.
21:9
Der hatte vier Töchter, die waren Jungfrauen und weissagten.
21:10
Und als wir mehrere Tage dablieben, reiste herab ein Prophet
aus Judäa, mit Namen Agabus, und kam zu uns.
21:11
Der nahm den Gürtel des Paulus und band sich die Hände und
Füße und sprach: Das sagt der heilige Geist: Den Mann, des der
Gürtel ist, werden die Juden also binden zu Jerusalem und
überantworten in der Heiden Hände.
21:12
Als wir aber solches hörten, baten wir und die desselben
Ortes waren, daß er nicht hinauf gen Jerusalem zöge.
21:13
Paulus aber antwortete: Was macht ihr, daß ihr weinet und
brechet mir mein Herz? Denn ich bin bereit, nicht allein mich
binden zu lassen, sondern auch zu sterben zu Jerusalem um des
Namens willen des HERRN Jesu.
21:14
Da er aber sich nicht überreden ließ, schwiegen wir und
sprachen: Des HERRN Wille geschehe.
21:15
Und nach diesen Tagen machten wir uns fertig und zogen
hinauf gen Jerusalem.
21:16
Es kamen aber mit uns auch etliche Jünger von Cäsarea und
führten uns zu einem mit Namen Mnason aus Zypern, der ein alter
Jünger war, bei dem wir herbergen sollten.
21:17
Da wir nun gen Jerusalem kamen nahmen uns die Brüder gern
auf.
21:18
Des andern Tages aber ging Paulus mit uns ein zu Jakobus,
und es kamen die Ältesten alle dahin.
21:19
Und als er sie gegrüßt hatte, erzählte er eines nach dem
andern, was Gott getan hatte unter den Heiden durch sein Amt.
21:20
Da sie aber das hörten, lobten sie den HERRN und sprachen zu
ihm: Bruder, du siehst, wieviel tausend Juden sind, die gläubig
geworden sind, und alle sind Eiferer für das Gesetz;
21:21
sie sind aber berichtet worden wider dich, daß du lehrest
von Moses abfallen alle Juden, die unter den Heiden sind, und
sagest, sie sollen ihre Kinder nicht beschneiden, auch nicht nach
desselben Weise wandeln.
21:22
Was denn nun? Allerdinge muß die Menge zusammenkommen; denn
sie werden's hören, daß du gekommen bist.
21:23
So tue nun dies, was wir dir sagen.
21:24
Wir haben hier vier Männer, die haben ein Gelübde auf sich;
die nimm zu dir und heilige dich mit ihnen und wage die Kosten an
sie, daß sie ihr Haupt scheren, so werden alle vernehmen, daß es
nicht so sei, wie sie wider dich berichtet sind, sondern daß du
auch einhergehest und hältst das Gesetz.
21:25
Denn den Gläubigen aus den Heiden haben wir geschrieben und
beschlossen, daß sie der keines halten sollen, sondern nur sich
bewahren vor Götzenopfer, vor Blut, vor Ersticktem und vor
Hurerei.
21:26
Da nahm Paulus die Männer zu sich und heiligte sich des
andern Tages mit ihnen und ging in den Tempel und ließ sich
sehen, wie er aushielte die Tage, auf welche er sich heiligte,
bis daß für einen jeglichen unter ihnen das Opfer gebracht ward.
21:27
Als aber die sieben Tage sollten vollendet werden, sahen ihn
die Juden aus Asien im Tempel und erregten das ganze Volk, legten
die Hände an ihn und schrieen:
21:28
Ihr Männer von Israel, helft! Dies ist der Mensch, der alle
Menschen an allen Enden lehrt wider dies Volk, wider das Gesetz
und wider diese Stätte; dazu hat er auch Griechen in den Tempel
geführt und diese heilige Stätte gemein gemacht.
21:29
(Denn sie hatten mit ihm in der Stadt Trophimus, den Epheser
gesehen; den, meinten sie, hätte Paulus in den Tempel geführt.)
21:30
Und die ganze Stadt ward bewegt, und ward ein Zulauf des
Volks. Sie griffen aber Paulus und zogen ihn zum Tempel hinaus;
und alsbald wurden die Türen zugeschlossen.
21:31
Da sie ihn aber töten wollten, kam das Geschrei hinauf vor
den obersten Hauptmann der Schar, wie das ganze Jerusalem sich
empörte.
21:32
Der nahm von Stund an die Kriegsknechte und Hauptleute zu
sich und lief unter sie. Da sie aber den Hauptmann und die
Kriegsknechte sahen, hörten sie auf, Paulus zu schlagen.
21:33
Als aber der Hauptmann nahe herzukam, nahm er ihn an sich
und hieß ihn binden mit zwei Ketten und fragte, wer er wäre und
was er getan hätte.
21:34
Einer aber rief dies, der andere das im Volk. Da er aber
nichts Gewisses erfahren konnte um des Getümmels willen, hieß er
ihn in das Lager führen.
21:35
Und als er an die Stufen kam, mußten ihn die Kriegsknechte
tragen vor Gewalt des Volks;
21:36
denn es folgte viel Volks nach und schrie: Weg mit ihm!
21:37
Als aber Paulus jetzt zum Lager eingeführt ward, sprach er
zu dem Hauptmann: Darf ich mit dir reden? Er aber sprach: Kannst
du Griechisch?
21:38
Bist du nicht der Ägypter, der vor diesen Tagen einen
Aufruhr gemacht hat und führte in die Wüste hinaus viertausend
Meuchelmörder?
21:39
Paulus aber sprach: Ich bin ein jüdischer Mann von Tarsus,
ein Bürger einer namhaften Stadt in Zilizien. Ich bitte dich,
erlaube mir, zu reden zu dem Volk.
21:40
Als er aber es ihm erlaubte, trat Paulus auf die Stufen und
winkte dem Volk mit der Hand. Da nun eine große Stille ward,
redete er zu ihnen auf hebräisch und sprach:
22:1
Ihr Männer, liebe Brüder und Väter, hört mein Verantworten an
euch.
22:2
Da sie aber hörten, daß er auf hebräisch zu ihnen redete,
wurden sie noch stiller. Und er sprach:
22:3
Ich bin ein jüdischer Mann, geboren zu Tarsus in Zilizien und
erzogen in dieser Stadt zu den Füßen Gamaliels, gelehrt mit allem
Fleiß im väterlichen Gesetz, und war ein Eiferer um Gott,
gleichwie ihr heute alle seid,
22:4
und habe diesen Weg verfolgt bis an den Tod. Ich band sie und
überantwortete sie ins Gefängnis, Männer und Weiber;
22:5
wie mir auch der Hohepriester und der ganze Haufe der
Ältesten Zeugnis gibt, von welchen ich Briefe nahm an die Brüder
und reiste gen Damaskus; daß ich, die daselbst waren, gebunden
führte gen Jerusalem, daß sie bestraft würden.
22:6
Es geschah aber, da ich hinzog und nahe Damaskus kam, um den
Mittag, umleuchtete mich schnell ein großes Licht vom Himmel.
22:7
Und ich fiel zum Erdboden und hörte eine Stimme, die sprach:
Saul, Saul, was verfolgst du mich?
22:8
Ich antwortete aber: HERR, wer bist du? Und er sprach zu mir:
Ich bin Jesus von Nazareth, den du verfolgst.
22:9
Die aber mit mir waren, sahen das Licht und erschraken; die
Stimme aber des, der mit mir redete, hörten sie nicht.
22:10
Ich sprach aber: HERR, was soll ich tun? Der HERR aber
sprach zu mir: Stehe auf und gehe gen Damaskus; da wird man dir
sagen von allem, was dir zu tun verordnet ist.
22:11
Als ich aber von der Klarheit dieses Lichtes nicht sehen
konnte, ward ich bei der Hand geleitet von denen, die mit mir
waren, und kam gen Damaskus.
22:12
Es war aber ein gottesfürchtiger Mann nach dem Gesetz,
Ananias, der ein gut Gerücht hatte bei allen Juden, die daselbst
wohnten;
22:13
der kam zu mir und trat her und sprach zu mir: Saul, lieber
Bruder, siehe auf! Und ich sah ihn an zu derselben Stunde.
22:14
Er aber sprach: Der Gott unsrer Väter hat dich verordnet,
daß du seinen Willen erkennen solltest und sehen den Gerechten
und hören die Stimme aus seinem Munde;
22:15
denn du wirst Zeuge zu allen Menschen sein von dem, das du
gesehen und gehört hast.
22:16
Und nun, was verziehst du? Stehe auf und laß dich taufen und
abwaschen deine Sünden und rufe an den Namen des HERRN!
22:17
Es geschah aber, da ich wieder gen Jerusalem kam und betete
im Tempel, daß ich entzückt ward und sah ihn.
22:18
Da sprach er zu mir: Eile und mache dich behend von
Jerusalem hinaus; denn sie werden nicht aufnehmen dein Zeugnis
von mir.
22:19
Und ich sprach: HERR, sie wissen selbst, daß ich gefangen
legte und stäupte die, so an dich glaubten, in den Schulen hin
und her;
22:20
und da das Blut des Stephanus, deines Zeugen, vergossen
ward, stand ich auch dabei und hatte Wohlgefallen an seinem Tode
und verwahrte denen die Kleider, die ihn töteten.
22:21
Und er sprach zu mir: Gehe hin; denn ich will dich ferne
unter die Heiden senden!
22:22
Sie hörten aber ihm zu bis auf dies Wort und hoben ihre
Stimme auf und sprachen: Hinweg mit solchem von der Erde! denn es
ist nicht billig, daß er leben soll.
22:23
Da sie aber schrieen und ihre Kleider abwarfen und den Staub
in die Luft warfen,
22:24
hieß ihn der Hauptmann ins Lager führen und sagte, daß man
ihn stäupen und befragen sollte, daß er erführe, um welcher
Ursache willen sie also über ihn riefen.
22:25
Als man ihn aber mit Riemen anband, sprach Paulus zu dem
Hauptmann der dabeistand: Ist's auch recht bei euch, einen
römischen Menschen ohne Urteil und Recht zu geißeln?
22:26
Da das der Unterhauptmann hörte, ging er zum Oberhauptmann
und verkündigte ihm und sprach: Was willst du machen? Dieser
Mensch ist römisch.
22:27
Da kam zu ihm der Oberhauptmann und sprach zu ihm: Sage mir,
bist du römisch? Er aber sprach: Ja.
22:28
Und der Oberhauptmann antwortete: Ich habe dies Bürgerrecht
mit großer Summe zuwege gebracht. Paulus aber sprach: Ich bin
aber auch römisch geboren.
22:29
Da traten sie alsobald von ihm ab, die ihn befragen sollten.
Und der Oberhauptmann fürchtete sich, da er vernahm, daß er
römisch war, und er ihn gebunden hatte.
22:30
Des andern Tages wollte er gewiß erkunden, warum er verklagt
würde von den Juden, und löste ihn von den Banden und hieß die
Hohenpriester und ihren ganzen Rat kommen und führte Paulus
hervor und stellte ihn unter sie.
23:1
Paulus aber sah den Rat an und sprach: Ihr Männer, liebe
Brüder, ich habe mit allem guten Gewissen gewandelt vor Gott bis
auf diesen Tag.
23:2
Der Hohepriester aber, Ananias, befahl denen, die um ihn
standen, daß sie ihm aufs Maul schlügen.
23:3
Da sprach Paulus zu ihm: Gott wird dich schlagen, du
getünchte Wand! Sitzt du, mich zu richten nach dem Gesetz, und
heißt mich schlagen wider das Gesetz?
23:4
Die aber umherstanden sprachen: Schiltst du den Hohenpriester
Gottes?
23:5
Und Paulus sprach: Liebe Brüder, ich wußte nicht, daß er der
Hohepriester ist. Denn es steht geschrieben: "Dem Obersten deines
Volkes sollst du nicht fluchen."
23:6
Da aber Paulus wußte, daß ein Teil Sadduzäer war und der
andere Teil Pharisäer, rief er im Rat: Ihr Männer, liebe Brüder,
ich bin ein Pharisäer und eines Pharisäers Sohn; ich werde
angeklagt um der Hoffnung und Auferstehung willen der Toten.
23:7
Da er aber das sagte, ward ein Aufruhr unter den Pharisäern
und Sadduzäern, und die Menge zerspaltete sich.
23:8
(Denn die Sadduzäer sagen: Es sei keine Auferstehung noch
Engel noch Geist; die Pharisäer aber bekennen beides.)
23:9
Es ward aber ein großes Geschrei; und die Schriftgelehrten
von der Pharisäer Teil standen auf, stritten und sprachen: Wir
finden nichts Arges an diesem Menschen; hat aber ein Geist oder
ein Engel mit ihm geredet, so können wir mit Gott nicht streiten.
23:10
Da aber der Aufruhr groß ward, besorgte sich der oberste
Hauptmann, sie möchten Paulus zerreißen, und hieß das Kriegsvolk
hinabgehen und ihn von ihnen reißen und in das Lager führen.
23:11
Des andern Tages aber in der Nacht stand der HERR bei ihm
und sprach: Sei getrost, Paulus! denn wie du von mir zu Jerusalem
gezeugt hast, also mußt du auch zu Rom zeugen.
23:12
Da es aber Tag ward, schlugen sich etliche Juden zusammen
und verschworen sich, weder zu essen noch zu trinken, bis daß sie
Paulus getötet hätten.
23:13
Ihrer aber waren mehr denn vierzig, die solchen Bund
machten.
23:14
Die traten zu den Hohenpriestern und Ältesten und sprachen:
Wir haben uns hart verschworen, nichts zu essen, bis wir Paulus
getötet haben.
23:15
So tut nun kund dem Oberhauptmann und dem Rat, daß er ihn
morgen zu euch führe, als wolltet ihr ihn besser verhören; wir
aber sind bereit, ihn zu töten, ehe er denn vor euch kommt.
23:16
Da aber des Paulus Schwestersohn den Anschlag hörte, ging er
hin und kam in das Lager und verkündete es Paulus.
23:17
Paulus aber rief zu sich einen von den Unterhauptleuten und
sprach: Diesen Jüngling führe hin zu dem Oberhauptmann; denn er
hat ihm etwas zu sagen.
23:18
Der nahm ihn und führte ihn zum Oberhauptmann und sprach:
der gebundene Paulus rief mich zu sich und bat mich, diesen
Jüngling zu dir zu führen, der dir etwas zu sagen habe.
23:19
Da nahm ihn der Oberhauptmann bei der Hand und wich an einen
besonderen Ort und fragte ihn: Was ist's, das du mir zu sagen
hast?
23:20
Er aber sprach: Die Juden sind eins geworden, dich zu
bitten, daß du morgen Paulus vor den Hohen Rat bringen lassest,
als wollten sie ihn besser verhören.
23:21
Du aber traue ihnen nicht; denn es lauern auf ihn mehr als
vierzig Männer unter ihnen, die haben sich verschworen, weder zu
essen noch zu trinken, bis sie Paulus töten; und sind jetzt
bereit und warten auf deine Verheißung.
23:22
Da ließ der Oberhauptmann den Jüngling von sich und gebot
ihm, daß niemand sagte, daß er ihm solches eröffnet hätte,
23:23
und rief zu sich zwei Unterhauptleute und sprach: Rüstet
zweihundert Kriegsknechte, daß sie gen Cäsarea ziehen, und
siebzig Reiter und zweihundert Schützen auf die dritte Stunde der
Nacht;
23:24
und die Tiere richtet zu, daß sie Paulus draufsetzen und
bringen ihn bewahrt zu Felix, dem Landpfleger.
23:25
Und schrieb einen Brief, der lautete also:
23:26
Klaudius Lysias dem teuren Landpfleger Felix Freude zuvor!
23:27
Diesen Mann hatten die Juden gegriffen und wollten ihn
getötet haben. Da kam ich mit dem Kriegsvolk dazu und riß ihn von
ihnen und erfuhr, daß er ein Römer ist.
23:28
Da ich aber erkunden wollte die Ursache, darum sie ihn
beschuldigten, führte ich ihn in ihren Rat.
23:29
Da befand ich, daß er beschuldigt ward von wegen Fragen
ihres Gesetzes, aber keine Anklage hatte, des Todes oder der
Bande wert.
23:30
Und da vor mich kam, daß etliche Juden auf ihn lauerten,
sandte ich ihn von Stund an zu dir und entbot den Klägern auch,
daß sie vor Dir sagten, was sie wider ihn hätten. Gehab dich
wohl!
23:31
Die Kriegsknechte, wie ihnen befohlen war, nahmen Paulus und
führten ihn bei der Nacht gen Antipatris.
23:32
Des andern Tages aber ließen sie die Reiter mit ihm ziehen
und wandten wieder um zum Lager.
23:33
Da die gen Cäsarea kamen, überantworteten sie den Brief dem
Landpfleger und stellten ihm Paulus auch dar.
23:34
Da der Landpfleger den Brief las, fragte er, aus welchem
Lande er wäre. Und da er erkundet, daß er aus Zilizien wäre
sprach er:
23:35
Ich will dich verhören, wenn deine Verkläger auch da sind.
Und hieß ihn verwahren in dem Richthause des Herodes.
24:1
Über fünf Tage zog hinab der Hohepriester Ananias mit den
Ältesten und mit dem Redner Tertullus; die erschienen vor dem
Landpfleger wider Paulus.
24:2
Da er aber berufen ward, fing an Tertullus zu verklagen und
sprach:
24:3
Daß wir im großen Frieden leben unter dir und viel Wohltaten
diesem Volk widerfahren durch dein Fürsichtigkeit, allerteuerster
Felix, das nehmen wir an allewege und allenthalben mit aller
Dankbarkeit.
24:4
Auf das ich aber dich nicht zu lange aufhalte, bitte ich
dich, du wolltest uns kürzlich hören nach deiner Gelindigkeit.
24:5
Wir haben diesen Mann gefunden schädlich, und der Aufruhr
erregt allen Juden auf dem ganzen Erdboden, und einen vornehmsten
der Sekte der Nazarener,
24:6
der auch versucht hat, den Tempel zu entweihen; welchen wir
auch griffen und wollten ihn gerichtet haben nach unserem Gesetz.
24:7
Aber Lysias, der Hauptmann, kam dazu und führte ihn mit
großer Gewalt aus unseren Händen
24:8
und hieß seine Verkläger zu dir kommen; von welchem du
kannst, so du es erforschen willst, das alles erkunden, um was
wir ihn verklagen.
24:9
Die Juden aber redeten auch dazu und sprachen, es verhielte
sich also.
24:10
Paulus aber, da ihm der Landpfleger winkte zu reden,
antwortete: Dieweil ich weiß, daß du in diesem Volk nun viele
Jahre ein Richter bist, will ich unerschrocken mich verantworten;
24:11
denn du kannst erkennen, daß es nicht mehr als zwölf Tage
sind, daß ich bin hinauf gen Jerusalem gekommen, anzubeten.
24:12
Auch haben sie mich nicht gefunden im Tempel mit jemanden
reden oder einen Aufruhr machen im Volk noch in den Schulen noch
in der Stadt.
24:13
Sie können mir auch der keines beweisen, dessen sie mich
verklagen.
24:14
Das bekenne ich aber dir, daß ich nach diesem Wege, den sie
eine Sekte heißen, diene also dem Gott meiner Väter, daß ich
glaube allem, was geschrieben steht im Gesetz und in den
Propheten,
24:15
und habe die Hoffnung zu Gott, auf welche auch sie selbst
warten, nämlich, daß zukünftig sei die Auferstehung der Toten,
der Gerechten und der Ungerechten.
24:16
Dabei aber übe ich mich, zu haben ein unverletzt Gewissen
allenthalben, gegen Gott und die Menschen.
24:17
Aber nach vielen Jahren bin ich gekommen und habe ein
Almosen gebracht meinem Volk, und Opfer.
24:18
Darüber fanden sie mich, daß ich mich geheiligt hatte im
Tempel, ohne allen Lärm und Getümmel.
24:19
Das waren aber etliche Juden aus Asien, welche sollten hier
sein vor dir und mich verklagen, so sie etwas wider mich hätten.
24:20
Oder laß diese selbst sagen, ob sie etwas Unrechtes an mir
gefunden haben, dieweil ich stand vor dem Rat,
24:21
außer um des einzigen Wortes willen, da ich unter ihnen
stand und rief: Über die Auferstehung der Toten werde ich von
euch heute angeklagt.
24:22
Da aber Felix solches hörte, zog er sie hin; denn er wußte
gar wohl um diesen Weg und sprach: Wenn Lysias, der Hauptmann,
herabkommt, so will ich eure Sache erkunden.
24:23
Er befahl aber dem Unterhauptmann, Paulus zu behalten und
lassen Ruhe haben und daß er niemand von den Seinen wehrte, ihm
zu dienen oder zu ihm zu kommen.
24:24
Nach etlichen Tagen aber kam Felix mit seinem Weibe
Drusilla, die eine Jüdin war, und forderte Paulus und hörte ihn
von dem Glauben an Christus.
24:25
Da aber Paulus redete von der Gerechtigkeit und von der
Keuschheit und von dem Zukünftigen Gericht, erschrak Felix und
antwortete: Gehe hin auf diesmal; wenn ich gelegene Zeit habe,
will ich dich herrufen lassen.
24:26
Er hoffte aber daneben, daß ihm von Paulus sollte Geld
gegeben werden, daß er ihn losgäbe; darum er ihn auch oft fordern
ließ und besprach sich mit ihm.
24:27
Da aber zwei Jahre um waren, kam Porcius Festus an Felix
Statt. Felix aber wollte den Juden eine Gunst erzeigen und ließ
Paulus hinter sich gefangen.
25:1
Da nun Festus ins Land gekommen war, zog er über drei Tage
hinauf von Cäsarea gen Jerusalem.
25:2
Da erschienen vor ihm die Vornehmsten der Juden wider Paulus
und ermahnten ihn
25:3
und baten um Gunst wider ihn, daß er ihn fordern ließe gen
Jerusalem, und stellten ihm nach, daß sie ihn unterwegs
umbrächten.
25:4
Da antwortete Festus, Paulus würde ja behalten zu Cäsarea;
aber er würde in kurzem wieder dahin ziehen.
25:5
Welche nun unter euch (sprach er) können, die laßt mit
hinabziehen und den Mann verklagen, so etwas an ihm ist.
25:6
Da er aber bei ihnen mehr denn zehn Tage gewesen war, zog er
hinab gen Cäsarea; und des andern Tages setzte er sich auf den
Richtstuhl und hieß Paulus holen.
25:7
Da der aber vor ihn kam, traten umher die Juden, die von
Jerusalem herabgekommen waren, und brachten auf viele und schwere
Klagen wider Paulus, welche sie nicht konnten beweisen,
25:8
dieweil er sich verantwortete: Ich habe weder an der Juden
Gesetz noch an dem Tempel noch am Kaiser mich versündigt.
25:9
Festus aber wollte den Juden eine Gunst erzeigen und
antwortete Paulus und sprach: Willst du hinauf gen Jerusalem und
daselbst über dieses dich vor mir richten lassen?
25:10
Paulus aber sprach: Ich stehe vor des Kaisers Gericht, da
soll ich mich lassen richten; den Juden habe ich kein Leid getan,
wie auch du aufs beste weißt.
25:11
Habe ich aber jemand Leid getan und des Todes wert
gehandelt, so weigere ich mich nicht, zu sterben; ist aber der
keines nicht, dessen sie mich verklagen, so kann mich ihnen
niemand übergeben. Ich berufe mich auf den Kaiser!
25:12
Da besprach sich Festus mit dem Rat und antwortete: Auf den
Kaiser hast du dich berufen, zum Kaiser sollst du ziehen.
25:13
Aber nach etlichen Tagen kamen der König Agrippa und Bernice
gen Cäsarea, Festus zu begrüßen.
25:14
Und da sie viele Tage daselbst gewesen waren, legte Festus
dem König den Handel von Paulus vor und sprach: Es ist ein Mann
von Felix hinterlassen gefangen,
25:15
um welches willen die Hohenpriester und Ältesten vor mir
erschienen, da ich zu Jerusalem war, und baten, ich sollte ihn
richten lassen;
25:16
Denen antwortete ich: Es ist der Römer Weise nicht, daß ein
Mensch übergeben werde, ihn umzubringen, ehe denn der Verklagte
seine Kläger gegenwärtig habe und Raum empfange, sich auf die
Anklage zu verantworten.
25:17
Da sie aber her zusammenkamen, machte ich keinen Aufschub
und hielt des andern Tages Gericht und hieß den Mann vorbringen;
25:18
und da seine Verkläger auftraten, brachten sie der Ursachen
keine auf, deren ich mich versah.
25:19
Sie hatten aber etliche Fragen wider ihn von ihrem
Aberglauben und von einem verstorbenen Jesus, von welchem Paulus
sagte, er lebe.
25:20
Da ich aber mich auf die Frage nicht verstand, sprach ich,
ob er wollte gen Jerusalem reisen und daselbst sich darüber
lassen richten.
25:21
Da aber Paulus sich berief, daß er für des Kaisers
Erkenntnis aufbehalten würde, hieß ich ihn behalten, bis daß ich
ihn zum Kaiser sende.
25:22
Agrippa aber sprach zu Festus: Ich möchte den Menschen auch
gerne hören. Er aber sprach: Morgen sollst du ihn hören.
25:23
Und am andern Tage, da Agrippa und Bernice kamen mit großem
Gepränge und gingen in das Richthaus mit den Hauptleuten und
vornehmsten Männern der Stadt, und da es Festus hieß, ward Paulus
gebracht.
25:24
Und Festus sprach: Lieber König Agrippa und alle ihr Männer,
die ihr mit uns hier seid, da seht ihr den, um welchen mich die
ganze Menge der Juden angegangen hat, zu Jerusalem und auch hier,
und schrieen, er solle nicht länger leben.
25:25
Aber, da ich vernahm, daß er nichts getan hatte, das des
Todes wert sei, und er sich selber auf den Kaiser berief, habe
ich beschlossen, ihn zu senden.
25:26
Etwas Gewisses aber habe ich von ihm nicht, das ich dem
Herrn schreibe. Darum habe ich ihn lassen hervorbringen vor euch,
allermeist aber vor dir, König Agrippa, auf daß ich nach
geschehener Erforschung haben möge, was ich schreibe.
25:27
Denn es dünkt mich ein ungeschicktes Ding zu sein, einen
Gefangenen schicken und keine Ursachen wider ihn anzuzeigen.
26:1
Agrippa aber sprach zu Paulus: es ist dir erlaubt, für dich
zu reden. Da reckte Paulus die Hand aus und verantwortete sich:
26:2
Es ist mir sehr lieb, König Agrippa, daß ich mich heute vor
dir verantworten soll über alles, dessen ich von den Juden
beschuldigt werde;
26:3
allermeist weil du weißt alle Sitten und Fragen der Juden.
Darum bitte ich dich, du wollest mich geduldig hören.
26:4
Zwar mein Leben von Jugend auf, wie das von Anfang unter
diesem Volk zu Jerusalem zugebracht ist, wissen alle Juden,
26:5
die mich von Anbeginn gekannt haben, wenn sie es wollten
bezeugen. Denn ich bin ein Pharisäer gewesen, welches ist die
strengste Sekte unseres Gottesdienstes.
26:6
Und nun stehe ich und werde angeklagt über die Hoffnung auf
die Verheißung, so geschehen ist von Gott zu unsern Vätern,
26:7
zu welcher hoffen die zwölf Geschlechter der Unsern zu kommen
mit Gottesdienst emsig Tag und Nacht. Dieser Hoffnung halben
werde ich, König Agrippa, von den Juden beschuldigt.
26:8
Warum wird das für unglaublich bei euch geachtet, das Gott
Tote auferweckt?
26:9
Zwar meinte ich auch bei mir selbst, ich müßte viel zuwider
tun dem Namen Jesu von Nazareth,
26:10
wie ich denn auch zu Jerusalem getan habe, da ich viele
Heilige in das Gefängnis verschloß, darüber ich Macht von den
Hohenpriestern empfing; und wenn sie erwürgt wurden, half ich das
Urteil sprechen.
26:11
Und durch alle Schulen peinigte ich sie oft und zwang sie zu
lästern; und war überaus unsinnig auf sie, verfolgte sie auch bis
in die fremden Städte.
26:12
Über dem, da ich auch gen Damaskus reiste mit Macht und
Befehl von den Hohenpriestern,
26:13
sah ich mitten am Tage, o König, auf dem Wege ein Licht vom
Himmel, heller denn der Sonne Glanz, das mich und die mit mir
reisten, umleuchtete.
26:14
Da wir aber alle zur Erde niederfielen, hörte ich eine
Stimme reden zu mir, die sprach auf hebräisch: Saul, Saul, was
verfolgst du mich? Es wird dir schwer sein, wider den Stachel zu
lecken.
26:15
Ich aber sprach: HERR, wer bist du? Er sprach: Ich bin
Jesus, den du verfolgst; aber stehe auf und tritt auf deine Füße.
26:16
Denn dazu bin ich dir erschienen, daß ich dich ordne zum
Diener und Zeugen des, das du gesehen hast und das ich dir noch
will erscheinen lassen;
26:17
und ich will dich erretten von dem Volk und von den Heiden,
unter welche ich dich jetzt sende,
26:18
aufzutun ihre Augen, daß sie sich bekehren von der
Finsternis zu dem Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, zu
empfangen Vergebung der Sünden und das Erbe samt denen, die
geheiligt werden durch den Glauben an mich.
26:19
Daher, König Agrippa, war ich der himmlischen Erscheinung
nicht ungläubig,
26:20
sondern verkündigte zuerst denen zu Damaskus und Jerusalem
und in alle Gegend des jüdischen Landes und auch der Heiden, daß
sie Buße täten und sich bekehrten zu Gott und täten
rechtschaffene Werke der Buße.
26:21
Um deswillen haben mich die Juden im Tempel gegriffen und
versuchten, mich zu töten.
26:22
Aber durch Hilfe Gottes ist es mir gelungen und stehe ich
bis auf diesen Tag und zeuge beiden, dem Kleinen und Großen, und
sage nichts außer dem, was die Propheten gesagt haben, daß es
geschehen sollte, und Mose:
26:23
daß Christus sollte leiden und der erste sein aus der
Auferstehung von den Toten und verkündigen ein Licht dem Volk und
den Heiden.
26:24
Da er aber solches zur Verantwortung gab, sprach Festus mit
lauter Stimme: Paulus, du rasest! Die große Kunst macht dich
rasend.
26:25
Er aber sprach: Mein teurer Festus, ich rase nicht, sondern
rede wahre und vernünftige Worte.
26:26
Denn der König weiß solches wohl, zu welchem ich freudig
rede. Denn ich achte, ihm sei der keines verborgen; denn solches
ist nicht im Winkel geschehen.
26:27
Glaubst du, König Agrippa, den Propheten? Ich weiß, daß du
glaubst.
26:28
Agrippa aber sprach zu Paulus: Es fehlt nicht viel, du
überredest mich, daß ich ein Christ würde.
26:29
Paulus aber sprach: Ich wünschte vor Gott, es fehle nun an
viel oder an wenig, daß nicht allein du, sondern alle, die mich
heute hören, solche würden, wie ich bin, ausgenommen diese Bande.
26:30
Und da er das gesagt, stand der König auf und der
Landpfleger und Bernice und die die mit ihnen saßen,
26:31
und wichen beiseits, redeten miteinander und sprachen:
Dieser Mensch hat nichts getan, das des Todes oder der Bande wert
sei.
26:32
Agrippa aber sprach zu Festus: Dieser Mensch hätte können
losgegeben werden, wenn er sich nicht auf den Kaiser berufen
hätte.
27:1
Da es aber beschlossen war, daß wir nach Italien schiffen
sollten, übergaben sie Paulus und etliche andere Gefangene dem
Unterhauptmann mit Namen Julius, von der "kaiserlichen" Schar.
27:2
Da wir aber in ein adramyttisches Schiff traten, daß wir an
Asien hin schiffen sollten, fuhren wir vom Lande; und mit uns war
Aristarchus aus Mazedonien, von Thessalonich.
27:3
Und des andern Tages kamen wir an zu Sidon; und Julius hielt
sich freundlich gegen Paulus, erlaubte ihm, zu seinen guten
Freunden zu gehen und sich zu pflegen.
27:4
Und von da stießen wir ab und schifften unter Zypern hin,
darum daß uns die Winde entgegen waren,
27:5
und schifften durch das Meer bei Zilizien und Pamphylien und
kamen gen Myra in Lyzien.
27:6
Und daselbst fand der Unterhauptmann ein Schiff von
Alexandrien, das schiffte nach Italien, und ließ uns darauf
übersteigen.
27:7
Da wir aber langsam schifften und in vielen Tagen kaum gegen
Knidus kamen (denn der Wind wehrte uns), schifften wir unter
Kreta hin bei Salmone
27:8
und zogen mit Mühe vorüber; da kamen wir an eine Stätte, die
heißt Gutfurt, dabei war nahe die Stadt Lasäa.
27:9
Da nun viel Zeit vergangen war und nunmehr gefährlich war zu
schiffen, darum daß auch das Fasten schon vorüber war, vermahnte
sie Paulus
27:10
und sprach zu ihnen: Liebe Männer, ich sehe, daß die
Schiffahrt will mit Leid und großem Schaden ergehen, nicht allein
der Last und des Schiffes sondern auch unsers Lebens.
27:11
Aber der Unterhauptmann glaubte dem Steuermann und dem
Schiffsherrn mehr denn dem, was Paulus sagte.
27:12
Und da die Anfurt ungelegen war, zu überwintern, bestanden
ihrer das mehrere Teil auf dem Rat, von dannen zu fahren, ob sie
könnten kommen gen Phönix, zu überwintern, welches ist eine
Anfurt an Kreta gegen Südwest und Nordwest.
27:13
Da aber der Südwind wehte und sie meinten, sie hätten nun
ihr Vornehmen, erhoben sie sich und fuhren näher an Kreta hin.
27:14
Nicht lange aber darnach erhob sich wider ihr Vornehmen eine
Windsbraut, die man nennt Nordost.
27:15
Und da das Schiff ergriffen ward und konnte sich nicht wider
den Wind richten, gaben wir's dahin und schwebten also.
27:16
Wir kamen aber an eine Insel, die heißt Klauda; da konnten
wir kaum den Kahn ergreifen.
27:17
Den hoben wir auf und brauchten die Hilfe und unterbanden
das Schiff; denn wir fürchteten, es möchte in die Syrte fallen,
und ließen die Segel herunter und fuhren also.
27:18
Und da wir großes Ungewitter erlitten, taten sie des
nächsten Tages einen Auswurf.
27:19
Und am dritten Tage warfen wir mit unseren Händen aus die
Gerätschaft im Schiffe.
27:20
Da aber an vielen Tagen weder Sonne noch Gestirn erschien
und ein nicht kleines Ungewitter uns drängte, war alle Hoffnung
unsres Lebens dahin.
27:21
Und da man lange nicht gegessen hatte, trat Paulus mitten
unter sie und sprach: Liebe Männer, man solltet mir gehorcht
haben und nicht von Kreta aufgebrochen sein, und uns dieses
Leides und Schadens überhoben haben.
27:22
Und nun ermahne ich euch, daß ihr unverzagt seid; denn
keines Leben aus uns wird umkommen, nur das Schiff.
27:23
Denn diese Nacht ist bei mir gestanden der Engel Gottes, des
ich bin und dem ich diene,
27:24
und sprach: Fürchte dich nicht, Paulus! du mußt vor den
Kaiser gestellt werden; und siehe, Gott hat dir geschenkt alle,
die mit dir schiffen.
27:25
Darum, liebe Männer, seid unverzagt; denn ich glaube Gott,
es wird also geschehen, wie mir gesagt ist.
27:26
Wir müssen aber anfahren an eine Insel.
27:27
Da aber die vierzehnte Nacht kam, daß wir im Adria-Meer
fuhren, um die Mitternacht, wähnten die Schiffsleute, sie kämen
etwa an ein Land.
27:28
Und sie senkten den Bleiwurf ein und fanden zwanzig Klafter
tief; und über ein wenig davon senkten sie abermals und fanden
fünfzehn Klafter.
27:29
Da fürchteten sie sich, sie würden an harte Orte anstoßen,
und warfen hinten vom Schiffe vier Anker und wünschten, daß es
Tag würde.
27:30
Da aber die Schiffsleute die Flucht suchten aus dem Schiffe
und den Kahn niederließen in das Meer und gaben vor, sie wollten
die Anker vorn aus dem Schiffe lassen,
27:31
sprach Paulus zu dem Unterhauptmann und zu den
Kriegsknechten: Wenn diese nicht im Schiffe bleiben, so könnt ihr
nicht am Leben bleiben.
27:32
Da hieben die Kriegsknechte die Stricke ab von dem Kahn und
ließen ihn fallen.
27:33
Und da es anfing licht zu werden, ermahnte sie Paulus alle,
daß sie Speise nähmen, und sprach: Es ist heute der vierzehnte
Tag, daß ihr wartet und ungegessen geblieben seid und habt nichts
zu euch genommen.
27:34
Darum ermahne ich euch, Speise zu nehmen, euch zu laben;
denn es wird euer keinem ein Haar von dem Haupt entfallen.
27:35
Und da er das gesagt, nahm er das Brot, dankte Gott vor
ihnen allen und brach's und fing an zu essen.
27:36
Da wurden sie alle gutes Muts und nahmen auch Speise.
27:37
Unser waren aber alle zusammen im Schiff zweihundert und
sechundsiebzig Seelen.
27:38
Und da sie satt geworden, erleichterten sie das Schiff und
warfen das Getreide in das Meer.
27:39
Da es aber Tag ward, kannten sie das Land nicht; einer
Anfurt aber wurden sie gewahr, die hatte ein Ufer; dahinan
wollten sie das Schiff treiben, wo es möglich wäre.
27:40
Und sie hieben die Anker ab und ließen sie dem Meer, lösten
zugleich die Bande der Steuerruder auf und richteten das Segel
nach dem Winde und trachteten nach dem Ufer.
27:41
Und da wir fuhren an einen Ort, der auf beiden Seiten Meer
hatte, stieß sich das Schiff an, und das Vorderteil blieb
feststehen unbeweglich; aber das Hinterteil zerbrach von der
Gewalt der Wellen.
27:42
Die Kriegsknechte aber hatten einen Rat, die Gefangenen zu
töten, daß nicht jemand, so er ausschwömme, entflöhe.
27:43
Aber der Unterhauptmann wollte Paulus erhalten und wehrte
ihrem Vornehmen und hieß, die da schwimmen könnten, sich zuerst
in das Meer lassen und entrinnen an das Land,
27:44
die andern aber etliche auf Brettern, etliche auf dem, das
vom Schiff war. Und also geschah es, daß sie alle gerettet zu
Lande kamen.
28:1
Und da wir gerettet waren, erfuhren wir, daß die Insel Melite
hieß.
28:2
Die Leutlein aber erzeigten uns nicht geringe Freundschaft,
zündeten ein Feuer an und nahmen uns alle auf um des Regens, der
über uns gekommen war, und um der Kälte willen.
28:3
Da aber Paulus einen Haufen Reiser zusammenraffte, und legte
sie aufs Feuer, kam eine Otter von der Hitze hervor und fuhr
Paulus an seine Hand.
28:4
Da aber die Leutlein sahen das Tier an seiner Hand hangen,
sprachen sie untereinander: Dieser Mensch muß ein Mörder sein,
den die Rache nicht leben läßt, ob er gleich dem Meer entgangen
ist.
28:5
Er aber schlenkerte das Tier ins Feuer, und ihm widerfuhr
nicht Übles.
28:6
Sie aber warteten, wenn er schwellen würde oder tot
niederfallen. Da sie aber lange warteten und sahen, daß ihm
nichts Ungeheures widerfuhr, wurden sie anderes Sinnes und
sprachen, er wäre ein Gott.
28:7
An diesen Örtern aber hatte der Oberste der Insel, mit Namen
Publius, ein Vorwerk; der nahm uns auf und herbergte uns drei
Tage freundlich.
28:8
Es geschah aber, daß der Vater des Publius am Fieber und an
der Ruhr lag. Zu dem ging Paulus hinein und betete und legte die
Hand auf ihn und machte ihn gesund.
28:9
Da das geschah, kamen auch die andern auf der Insel herzu,
die Krankheiten hatten, und ließen sich gesund machen.
28:10
Und sie taten uns große Ehre; und da wir auszogen, luden sie
auf, was uns not war.
28:11
Nach drei Monaten aber fuhren wir aus in einem Schiffe von
Alexandrien, welches bei der Insel überwintert hatte und hatte
ein Panier der Zwillinge.
28:12
Und da wir gen Syrakus kamen, blieben wir drei Tage da.
28:13
Und da wir umschifften, kamen wir gen Rhegion; und nach
einem Tage, da der Südwind sich erhob, kamen wir des andern Tages
gen Puteoli.
28:14
Da fanden wir Brüder und wurden von ihnen gebeten, daß wir
sieben Tage dablieben. Und also kamen wir gen Rom.
28:15
Und von dort, da die Brüder von uns hörten, gingen sie aus,
uns entgegen, bis gen Appifor und Tretabern. Da die Paulus sah,
dankte er Gott und gewann eine Zuversicht.
28:16
Da wir aber gen Rom kamen, überantwortete der Unterhauptmann
die Gefangenen dem obersten Hauptmann. Aber Paulus ward erlaubt
zu bleiben, wo er wollte, mit einem Kriegsknechte, der ihn
hütete.
28:17
Es geschah aber nach drei Tagen, daß Paulus zusammenrief die
Vornehmsten der Juden. Da sie zusammenkamen, sprach er zu ihnen:
Ihr Männer, liebe Brüder, ich habe nichts getan wider unser Volk
noch wider väterliche Sitten, und bin doch gefangen aus Jerusalem
übergeben in der Römer Hände.
28:18
Diese, da sie mich verhört hatten, wollten sie mich
losgeben, dieweil keine Ursache des Todes an mir war.
28:19
Da aber die Juden dawider redeten, ward ich genötigt, mich
auf den Kaiser zu berufen; nicht, als hätte ich mein Volk um
etwas zu verklagen.
28:20
Um der Ursache willen habe ich euch gebeten, daß ich euch
sehen und ansprechen möchte; denn um der Hoffnung willen Israels
bin ich mit dieser Kette umgeben.
28:21
Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben weder Schrift empfangen
aus Judäa deinethalben, noch ist ein Bruder gekommen, der von dir
etwas Arges verkündigt oder gesagt habe.
28:22
Doch wollen wir von dir hören, was du hältst; denn von
dieser Sekte ist uns kund, daß ihr wird an allen Enden
widersprochen.
28:23
Und da sie ihm einen Tag bestimmt hatten, kamen viele zu ihm
in die Herberge, welchen er auslegte und bezeugte das Reich
Gottes; und er predigte ihnen von Jesus aus dem Gesetz Mose's und
aus den Propheten von frühmorgens an bis an den Abend.
28:24
Und etliche fielen dem zu, was er sagte; etliche aber
glaubten nicht.
28:25
Da sie aber untereinander mißhellig waren, gingen sie weg,
als Paulus das eine Wort redete: Wohl hat der heilige Geist
gesagt durch den Propheten Jesaja zu unsern Vätern
28:26
und gesprochen: "Gehe hin zu diesem Volk und sprich: Mit den
Ohren werdet ihr's hören, und nicht verstehen; und mit den Augen
werdet ihr's sehen, und nicht erkennen.
28:27
Denn das Herz dieses Volks ist verstockt, und sie hören
schwer mit den Ohren und schlummern mit ihren Augen, auf daß sie
nicht dermaleinst sehen und mit den Augen und hören mit den Ohren
und verständig werden im Herzen und sich bekehren, daß ich ihnen
hülfe."
28:28
So sei es euch kundgetan, daß den Heiden gesandt ist dies
Heil Gottes; und sie werden's hören.
28:29
Und da er solches redete, gingen die Juden hin und hatten
viel Fragens unter sich selbst.
28:30
Paulus aber blieb zwei Jahre in seinem eigenen Gedinge und
nahm auf alle, die zu ihm kamen,
28:31
predigte das Reich Gottes und lehrte von dem HERRN Jesus mit
aller Freudigkeit unverboten.
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